
Chronische Wunde: Ursachen erkennen & richtig behandeln
2. November 2026
Wundheilung Phasen: So erkennst du gute Heilung
2. November 2026Eine Wundheilungsstörung liegt vor, wenn eine Wunde nicht im erwarteten Zeitraum heilt oder der Heilungsprozess unterbrochen wird. Betroffen sind vor allem Menschen mit Diabetes, Durchblutungsproblemen oder geschwächtem Immunsystem; häufig dauert die Heilung dann deutlich länger als die üblichen zwei bis vier Wochen.

Normalerweise durchläuft eine Wunde mehrere Heilungsphasen, die ineinandergreifen: Entzündungsphase, Granulationsphase und Epithelisierungsphase. Gerät dieser Ablauf ins Stocken, bleibt die Wunde offen, nässt länger als gewöhnlich oder entzündet sich. Eine solche Störung der Wundheilung kann dabei an jeder der drei Phasen ansetzen und den gesamten weiteren Verlauf verzögern.
Ärzt:innen sprechen dann von einer gestörten Wundheilung, im fortgeschrittenen Stadium auch von einer chronischen Wunde, wenn diese nach vier bis zwölf Wochen noch nicht abgeheilt ist. Laut Robert Koch-Institut sind chronische Wunden, etwa im Rahmen eines diabetischen Fußsyndroms oder venöser Erkrankungen, ein relevantes Versorgungsthema, von dem in Deutschland mehrere Hunderttausend Menschen betroffen sind.
Welche Arten der Wundheilung gibt es?
Mediziner:innen unterscheiden grundsätzlich drei Arten der Wundheilung, die sich im zeitlichen Ablauf, in der Narbenbildung und im Risiko für eine Wundheilungsstörung unterscheiden. Welche Heilungsart vorliegt, hängt vor allem von der Wundgröße, den Wundrändern und dem Infektionsrisiko ab.
- Primäre Wundheilung (per primam intentionem): Die Wundränder liegen eng aneinander, etwa bei einer glatten Schnittwunde oder einer chirurgisch genähten Wunde. Der Körper muss kaum neues Gewebe auffüllen, die Heilung verläuft innerhalb von etwa 7 bis 10 Tagen und hinterlässt meist nur eine feine, kaum sichtbare Narbe. Eine Wundheilungsstörung ist hier vergleichsweise selten, kann aber bei einer Wundinfektion oder mangelnder Durchblutung dennoch auftreten.
- Sekundäre Wundheilung (per secundam intentionem): Bei größeren, klaffenden oder infizierten Wunden liegen die Wundränder nicht aneinander. Zunächst muss sich neues Granulationsgewebe aufbauen, bevor sich die Wunde von den Rändern her langsam verengt und schließlich mit Epithel bedeckt wird. Das kann je nach Wundgröße mehrere Wochen bis Monate dauern und hinterlässt meist deutlichere, teils eingezogene Narben. Diese Form der Wundheilung ist störanfälliger und geht am häufigsten in eine chronische Wundheilungsstörung über, etwa bei einem Druckgeschwür oder einem offenen Bein.
- Verzögerte Primärheilung (tertiäre Wundheilung): Eine Wunde wird zunächst bewusst offen gelassen, etwa bei hohem Infektionsrisiko nach Operationen oder stark verschmutzten Wunden, und erst nach einigen Tagen gereinigt chirurgisch verschlossen. Dieses Vorgehen kombiniert Vorteile der primären und sekundären Wundheilung. Auch hier kann eine Wundheilungsstörung entstehen, wenn sich die offen gehaltene Wunde zusätzlich infiziert oder der spätere Verschluss nicht hält.
Eine Wundheilungsstörung kann grundsätzlich bei allen drei Arten der Wundheilung auftreten, besonders häufig aber bei der sekundären Wundheilung. Hier dauert der Heilungsprozess ohnehin länger und ist störanfälliger, weil mehr Gewebe neu gebildet werden muss.
Je größer die Wundfläche und je mehr Risikofaktoren wie Diabetes oder Durchblutungsstörungen vorliegen, desto höher ist zudem die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen im Heilungsverlauf, unabhängig davon, welche Art der Wundheilung ursprünglich zu erwarten war. Auch bei der tertiären Wundheilung kann eine Störung auftreten, etwa wenn sich die zunächst offen gehaltene Wunde zusätzlich infiziert.
Welche Symptome treten bei einer Wundheilungsstörung nach einer Operation auf?
Nach einer Operation zeigt sich eine Wundheilungsstörung meist durch mehrere Anzeichen gleichzeitig, die sich von einem normalen, unauffälligen Heilungsverlauf deutlich abgrenzen.
- Anhaltende oder zunehmende Rötung rund um die OP-Naht, oft verbunden mit einer warmen, überwärmten Haut.
- Schwellung, die nicht nach wenigen Tagen zurückgeht, sondern weiter zunimmt.
- Nässende oder eitrige Absonderung aus der Wunde, teils mit unangenehmem Geruch.
- Klaffende oder sich wieder öffnende Wundränder, obwohl die Naht bereits verschlossen war.
- Zunehmende statt nachlassende Schmerzen im Bereich der Operationswunde, oft auch ein pochendes Gefühl.
- Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl, was auf eine beginnende Wundinfektion hindeuten kann.
- Ausbleibender Heilungsfortschritt: Die Wunde verkleinert sich über mehrere Tage oder Wochen nicht sichtbar.
Treten eines oder mehrere dieser Symptome nach einer Operation auf, sollte das zeitnah ärztlich beziehungsweise in der Klinik, in der operiert wurde, abgeklärt werden. Eine frühzeitige Behandlung kann verhindern, dass aus einer akuten Wundheilungsstörung eine chronische Wunde wird.
Was fehlt, wenn Wunden nicht heilen?
Wenn eine Wunde nicht heilt, fehlt dem Körper häufig eine ausreichende Durchblutung, genügend Sauerstoff oder bestimmte Nährstoffe, die für den Gewebeaufbau nötig sind.
Für die Wundheilung braucht der Körper unter anderem Eiweiß für den Gewebeaufbau, Vitamin C für die Kollagenbildung sowie Zink, das laut EFSA zu einer normalen Hautfunktion beiträgt. Fehlen diese Bausteine, etwa durch Mangelernährung oder eine Grunderkrankung, verlangsamt sich die Heilung spürbar und das Risiko für eine Wundheilungsstörung steigt.
Auch eine schlechte Durchblutung, wie sie bei Arteriosklerose oder Venenerkrankungen vorkommt, verhindert, dass genügend Sauerstoff und Nährstoffe an der Wunde ankommen. Schon ein Sauerstoffpartialdruck im Gewebe von unter etwa 30 mmHg kann die Kollagenbildung und damit den Wundverschluss deutlich verlangsamen.
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Was sind die Ursachen für eine schlechte Wundheilung?
Die Ursachen für eine gestörte Wundheilung sind vielfältig und reichen von Grunderkrankungen über Lebensstilfaktoren bis zu äußeren Einflüssen auf die Wunde selbst.
- Diabetes mellitus: Dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt Nerven und Gefäße und begünstigt eine Wundheilungsstörung, insbesondere am diabetischen Fuß. Laut Deutscher Diabetes Gesellschaft entwickeln bis zu 25 Prozent aller Menschen mit Diabetes im Laufe ihres Lebens ein diabetisches Fußsyndrom.
- Durchblutungsstörungen: Arterielle oder venöse Erkrankungen wie beim Ulcus cruris verringern die Sauerstoffversorgung des Gewebes und erhöhen so das Risiko für eine Wundheilungsstörung.
- Infektionen: Bakterien, etwa Staphylokokken oder MRSA, können die Wundheilung erheblich verzögern und die Entzündungsphase künstlich verlängern.
- Rauchen: Nikotin verengt die Blutgefäße und verschlechtert die Durchblutung der Haut messbar, teils über mehrere Stunden nach einer einzelnen Zigarette.
- Übergewicht und Bewegungsmangel: Sie erhöhen den Druck auf bestimmte Körperstellen, was etwa bei einem Dekubitus eine Rolle spielt.
- Medikamente: Kortisonpräparate, manche Chemotherapeutika oder Immunsuppressiva können die Heilung bremsen.
- Höheres Lebensalter: Ab etwa dem 60. Lebensjahr regeneriert sich die Haut langsamer, zudem lässt die Immunabwehr nach.
- Mangelernährung: Fehlende Eiweiße, Vitamine und Spurenelemente verzögern den Gewebeaufbau.
- Falsche Wundversorgung: Zu trockene oder zu feuchte Milieus, ständiges Öffnen der Wunde oder unzureichende Wundreinigung stören den Heilungsprozess zusätzlich.
Die AWMF-Leitlinie zur Lokaltherapie schwerheilender und chronischer Wunden beschreibt diese Risikofaktoren ausführlich und bildet die fachliche Grundlage für die Behandlung in Wundzentren.
Wie bekommt man eine Wundheilungsstörung weg?
Die Behandlung einer Wundheilungsstörung richtet sich immer nach der zugrunde liegenden Ursache und gehört in ärztliche Hände, sobald die Wunde nicht innerhalb von zwei bis vier Wochen kleiner wird.
Zunächst steht die Diagnose im Vordergrund: Ärzt:innen prüfen Durchblutung, Blutzuckerwerte und mögliche Infektionen, oft mittels Abstrich oder Gewebeprobe. Darauf aufbauend kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, etwa eine konsequente Wundreinigung (Débridement), geeignete Wundauflagen für ein feuchtes Wundmilieu oder in bestimmten Fällen eine Vakuumtherapie, bei der über mehrere Tage ein Unterdruckverband die Wundheilung unterstützt.
Auch eine ärztlich angewendete Kaltplasmatherapie wird bei manchen chronischen Wunden ergänzend eingesetzt, um Keime auf der Wundoberfläche zu reduzieren – mehr dazu im Kaltplasma-Wiki. Diese Therapie ist ausschließlich ein ärztliches Verfahren und nicht mit kosmetischen Heimgeräten zu verwechseln.
Was ist die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO2)?
Die hyperbare Sauerstofftherapie, kurz HBO2, ist ein ärztliches Behandlungsverfahren, bei dem Patient:innen in einer Druckkammer reinen Sauerstoff bei erhöhtem Umgebungsdruck einatmen, meist zwischen 1,5 und 3 bar.
Durch den erhöhten Druck löst sich deutlich mehr Sauerstoff im Blutplasma, sodass auch schlecht durchblutetes Gewebe besser mit Sauerstoff versorgt wird. Dies kann laut Fachgesellschaften die Kollagenbildung, die Bildung neuer Blutgefäße und die Abwehr bestimmter Bakterien unterstützen. Eine Behandlungssitzung dauert üblicherweise 60 bis 120 Minuten, in der Regel sind mehrere Sitzungen über einen Zeitraum von mehreren Wochen notwendig.
Die HBO2 wird vor allem bei ausgewählten chronischen Wunden erwogen, etwa beim diabetischen Fußsyndrom mit Durchblutungsstörung, bei strahlenbedingten Gewebeschäden oder bei bestimmten schweren Infektionen, wenn andere Therapien nicht ausreichend wirken. Sie ersetzt keine Basistherapie wie Wundreinigung oder die Behandlung der Grunderkrankung, sondern wird als ergänzende Maßnahme in spezialisierten Zentren eingesetzt.
Ob eine HBO2 im Einzelfall bei einer vorliegenden Wundheilungsstörung sinnvoll ist, entscheidet immer das behandelnde Ärzteteam anhand der konkreten Wundsituation.
Was fördert schnellere Wundheilung?
Eine gute Wundheilung wird durch mehrere Faktoren gleichzeitig unterstützt: saubere Wundversorgung, ausreichende Durchblutung und eine bedarfsgerechte Ernährung. All diese Faktoren können dazu beitragen, dass eine Wundheilungsstörung erst gar nicht entsteht.
| Faktor | Wirkung auf die Wundheilung |
|---|---|
| Feuchtes Wundmilieu | Unterstützt die Zellwanderung und verringert Narbenbildung |
| Ausreichend Eiweiß | Liefert Baustoffe für neues Gewebe |
| Nichtrauchen | Verbessert die Durchblutung der Haut |
| Gute Blutzuckereinstellung | Verhindert Gefäß- und Nervenschäden |
| Regelmäßige Bewegung | Fördert die Durchblutung, beugt Druckstellen vor |
| Hygienische Wundreinigung | Reduziert das Infektionsrisiko |
Zusätzlich spielt die allgemeine Nährstoffversorgung eine Rolle, auch wenn sie eine bestehende Wundheilungsstörung nicht ursächlich behandeln kann. Vitamin C trägt laut zugelassenem EU-Health-Claim zu einer normalen Kollagenbildung für die normale Funktion der Haut bei, Zink trägt zu einer normalen Hautfunktion bei. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und Zink trägt laut EU-Health-Claim außerdem zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

Hilft Magnesium bei der Wundheilung?
Magnesium ist an vielen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt, ein direkter, wissenschaftlich belegter Zusammenhang mit einer beschleunigten Wundheilung ist derzeit jedoch nicht in Form eines zugelassenen Health-Claims bestätigt. Wichtiger für die Wundheilung sind nach aktuellem Kenntnisstand ausreichend Eiweiß, Vitamin C und Zink.
Welches Obst ist gut für die Wundheilung?
Obstsorten mit hohem Vitamin-C-Gehalt wie Zitrusfrüchte, Kiwis, Johannisbeeren oder Erdbeeren können einen Beitrag zur allgemeinen Nährstoffversorgung leisten. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt der Tagesbedarf an Vitamin C bei Erwachsenen bei etwa 95 bis 110 Milligramm; schon 100 Gramm schwarze Johannisbeeren oder eine Kiwi können einen relevanten Teil davon abdecken.
Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung bei, die für intaktes Haut- und Bindegewebe wichtig ist. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse unterstützt den Körper dabei, die für die Hautregeneration nötigen Nährstoffe bereitzustellen – ersetzt aber keine ärztliche Behandlung einer bestehenden Wundheilungsstörung.
Was tun, wenn eine Wunde nicht heilt?
Heilt eine Wunde nicht innerhalb von zwei bis vier Wochen spürbar ab, solltest du das ärztlich abklären lassen, statt abzuwarten.
Bis zum Arzttermin gilt: Wunde sauber und möglichst feucht halten, nicht an Krusten oder Belägen manipulieren und auf Anzeichen einer Infektion achten. Eine strukturierte Wundversorgung zu Hause kann in leichten Fällen sinnvoll sein, ersetzt aber bei anhaltenden Problemen keine fachärztliche Abklärung, etwa in einem spezialisierten Wundzentrum.
In Deutschland gibt es mittlerweile mehrere Hundert zertifizierte Wundzentren, die sich auf die interdisziplinäre Behandlung chronischer Wunden und komplexer Fälle von Wundheilungsstörung spezialisiert haben.
Wann heilt eine Wunde nicht?
Eine Wunde heilt typischerweise nicht, wenn eine der Wundheilungsphasen gestört ist – etwa durch anhaltende Entzündung, schlechte Durchblutung oder eine bakterielle Besiedlung mit Biofilmbildung.
Normalerweise verkleinert sich eine Wunde innerhalb der ersten zwei bis vier Wochen sichtbar, bei einer gesunden Heilung oft bereits um 20 bis 40 Prozent ihrer Ausgangsfläche. Bleibt dieser Fortschritt aus oder vergrößert sich die Wunde sogar, spricht man von einer gestörten Heilung beziehungsweise, nach vier bis zwölf Wochen, von einer chronischen Wunde.
Wann zum Arzt?
Hol dir ärztlichen Rat, wenn eine oder mehrere der folgenden Warnzeichen auftreten:
- Die Wunde ist nach zwei bis vier Wochen nicht kleiner geworden oder hat sich vergrößert.
- Die Rötung um die Wunde breitet sich aus oder die Haut fühlt sich heiß an.
- Es kommt zu Fieber, Schüttelfrost oder allgemeinem Krankheitsgefühl.
- Die Wunde sondert Eiter ab oder riecht unangenehm.
- Du hast starke oder zunehmende Schmerzen an der Wunde.
- Du hast Diabetes, eine bekannte Durchblutungsstörung oder ein geschwächtes Immunsystem.
- Die Wunde nässt stark oder blutet erneut, obwohl sie bereits verschlossen schien.
Diese Anzeichen können auf eine Wundinfektion oder eine beginnende chronische Wunde hindeuten und sollten zeitnah fachärztlich untersucht werden. Weiterführende, allgemeinverständliche Informationen zu Wundversorgung und Vorsorge bietet auch das Portal gesund.bund.de des Bundesgesundheitsministeriums.
Sprich mit deinem Arzt
Wenn eine Wunde nicht wie erwartet heilt, ist eine ärztliche Abklärung der sicherste Weg. Nur so lassen sich Ursachen wie Durchblutungsstörungen, Diabetes oder Infektionen gezielt behandeln. Ärzt:innen können auch beurteilen, ob moderne Therapieoptionen wie eine ärztlich angewendete Kaltplasmatherapie, eine hyperbare Sauerstofftherapie, spezielle Wundauflagen oder eine Vakuumtherapie im Einzelfall bei einer Wundheilungsstörung sinnvoll sind. Sprich offen über deine Beschwerden, deine Vorerkrankungen und bisherige Behandlungsversuche, damit eine individuell passende Therapie gefunden werden kann.
Zuletzt aktualisiert: November 2026
Mehr im Wund-Ratgeber
Quellen und weiterführende Informationen
Dieser Ratgeber stützt sich auf die folgenden Fachquellen und wird vor der Veröffentlichung fachlich geprüft.
Häufige Fragen
Was versteht man unter einer Wundheilungsstörung?
Eine Wundheilungsstörung bezeichnet einen gestörten oder verzögerten Ablauf der natürlichen Wundheilungsphasen, sodass eine Wunde nicht im erwarteten Zeitraum von etwa zwei bis vier Wochen spürbar kleiner wird oder verheilt.
Ab wann spricht man von einer chronischen Wunde?
Von einer chronischen Wunde spricht man meist, wenn sie trotz fachgerechter Behandlung nach vier bis zwölf Wochen nicht abgeheilt ist.
Welche Krankheiten begünstigen Wundheilungsstörungen?
Vor allem Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen wie das Ulcus cruris, Immunerkrankungen und Übergewicht erhöhen das Risiko für eine gestörte Wundheilung. Bis zu 25 Prozent aller Menschen mit Diabetes entwickeln im Laufe ihres Lebens ein diabetisches Fußsyndrom.
Welche Arten der Wundheilung gibt es?
Unterschieden werden primäre, sekundäre und verzögerte (tertiäre) Wundheilung. Sie unterscheiden sich in Dauer, Wundrand und Narbenbildung; eine Wundheilungsstörung tritt am häufigsten bei der sekundären Wundheilung auf.
Welche Symptome treten bei einer Wundheilungsstörung nach einer Operation auf?
Typisch sind anhaltende Rötung, Schwellung, nässende oder eitrige Absonderung, klaffende Wundränder, zunehmende statt nachlassende Schmerzen, Fieber und ein ausbleibender Heilungsfortschritt an der OP-Naht.
Was ist eine hyperbare Sauerstofftherapie?
Bei der HBO2 atmen Patient:innen in einer Druckkammer reinen Sauerstoff unter erhöhtem Druck ein, meist über mehrere Wochen verteilt auf mehrere Sitzungen. Sie kommt ergänzend bei ausgewählten chronischen Wunden zum Einsatz, etwa beim diabetischen Fußsyndrom.
Können Nahrungsergänzungsmittel die Wundheilung unterstützen?
Vitamin C und Zink tragen laut zugelassenen EU-Health-Claims zu einer normalen Kollagenbildung beziehungsweise Hautfunktion bei. Sie ersetzen aber keine ärztliche Behandlung einer bestehenden Wundheilungsstörung.
Ist Kaltplasma eine Lösung bei schlecht heilenden Wunden?
Kaltplasma wird in manchen Fällen ärztlich als ergänzende Therapieoption bei chronischen Wunden eingesetzt, ist aber kein Ersatz für die Abklärung und Behandlung der zugrunde liegenden Ursache einer Wundheilungsstörung.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende dich an Ärztin, Arzt oder Apotheke.

Fachlich geprüft von: Marco Fechner, PTA – ausgebildete Fachkraft aus der Apotheke · N1 Produktexperte
Zuletzt aktualisiert: 02.11.2026
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