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3. November 2026Eine Wunde am diabetischen Fuß ist eine durch Nervenschäden und Durchblutungsstörungen begünstigte, schlecht heilende Verletzung am Fuß von Menschen mit Diabetes. Sie bleibt wegen des reduzierten Schmerzempfindens oft lange unbemerkt und kann sich unbehandelt zu einem tiefen Geschwür entwickeln.

Der diabetische Fuß ist eine Folgeerscheinung von Diabetes mellitus. Dabei wirken Nervenschäden (Neuropathie) und Durchblutungsstörungen (periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK) zusammen und begünstigen eine Wunde am diabetischen Fuß. Betroffene spüren Druckstellen, Blasen oder kleine Wunden häufig nicht. Das Schmerzempfinden am Fuß ist dann reduziert. Unbehandelt können daraus tiefe, schlecht heilende Wunden werden. Im schlimmsten Fall droht eine Amputation. Pharmazeutisch betrachtet zählt der diabetische Fuß zu den häufigsten Folgeerkrankungen bei Diabetes mellitus. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 25 % aller Menschen mit Diabetes im Laufe ihres Lebens ein Fußgeschwür entwickeln.
Laut Robert Koch-Institut (RKI) gehört das diabetische Fußsyndrom zu den häufigsten Ursachen für nicht traumatische Amputationen der unteren Extremität in Deutschland. Jedes Jahr sind mehrere Zehntausend Menschen betroffen. Die S3-Leitlinie zur Lokaltherapie schwerheilender und chronischer Wunden zählt den diabetischen Fuß ebenfalls zu den häufigen Ursachen chronischer Wunden. Auch gesund.bund.de weist darauf hin, dass regelmäßige Fußkontrollen zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen bei Diabetes gehören.
Wie sieht eine Wunde am diabetischen Fuß am Anfang aus?
Am Anfang zeigt sich der diabetische Fuß oft nur durch unauffällige Veränderungen wie trockene, rissige Haut, Hornhaut an Druckstellen oder eine leichte Rötung. Diese ersten Anzeichen werden häufig übersehen, weil sie kaum schmerzen.
Typische frühe Warnzeichen sind:
- Verdickte Hornhaut, besonders unter dem Vorfuß oder der Ferse
- Kleine Blasen oder Druckstellen ohne Schmerzempfinden
- Veränderte Hautfarbe (bläulich, rötlich oder blass)
- Trockene, rissige Haut mit Neigung zu Einrissen
- Leicht veränderte Fußform durch Fehlstellungen (z. B. Charcot-Fuß)
Gerade weil Schmerzen fehlen können, bemerkst du eine beginnende Wunde am diabetischen Fuß unter Umständen erst, wenn sie bereits nässt oder sich entzündet hat. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft empfiehlt deshalb mindestens eine jährliche fachärztliche Fußkontrolle bei Diabetes. Bei bestehender Neuropathie oder früheren Wunden rät sie zu deutlich häufigeren Terminen, teils alle 1 bis 3 Monate.
Eine regelmäßige Fußinspektion zu Hause ist deshalb bei Diabetes besonders wichtig. Idealerweise solltest du das täglich tun, da sich manche Druckstellen innerhalb von wenigen Tagen zu einer offenen Wunde entwickeln können. Auch an anderen Hautstellen am Fuß lohnt sich bei Diabetes ein genauer Blick, etwa bei Warzen am Fuß, die durch die veränderte Immunabwehr begünstigt werden können.
Ist ein geschwollener Fuß ein Symptom von Diabetes?
Eine Schwellung am Fuß kann auf eine diabetesbedingte Durchblutungsstörung oder eine beginnende Entzündung hinweisen. Als alleiniges Diabetes-Symptom gilt sie aber nicht.
Schwellungen entstehen beim diabetischen Fuß manchmal durch eine gestörte Mikrozirkulation, Nervenschäden oder eine beginnende Infektion. Auch eine Charcot-Fußdeformität, bei der Knochen und Gelenke durch die Neuropathie geschädigt werden, zeigt sich nicht selten zuerst als einseitige Schwellung. Dabei kann die Haut im Vergleich zum anderen Fuß bis zu 2 Grad Celsius wärmer sein. Tritt eine Schwellung plötzlich auf, solltest du sie innerhalb weniger Tage ärztlich abklären lassen. Sie kann auch Zeichen einer Wundinfektion oder einer Thrombose sein.
Können Fersenschmerzen ein Symptom von Diabetes sein?
Fersenschmerzen können bei Diabetes auftreten. Meist äußert sich die Neuropathie an der Ferse jedoch eher als Kribbeln oder Taubheitsgefühl statt als klassischer Schmerz. Starke Schmerzen in der Ferse haben häufiger andere Ursachen.
Bei diabetischer Neuropathie verändert sich das Schmerzempfinden. Manche Betroffene spüren Brennen, Kribbeln oder ein taubes Gefühl. Andere nehmen Druckstellen gar nicht mehr wahr. Studien schätzen, dass etwa 30 bis 50 % der Menschen mit langjährigem Diabetes eine periphere Neuropathie entwickeln. Gerade an der Ferse können dadurch unbemerkt Druckgeschwüre entstehen, weil fehlender Schmerz nicht vor Überlastung warnt. Wenn du als Mensch mit Diabetes neue oder ungewöhnliche Beschwerden an der Ferse bemerkst, lass das innerhalb weniger Tage ärztlich abklären.
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Welche Wundheilungsstörungen sind typisch für den diabetischen Fuß?
Typisch für den diabetischen Fuß sind eine verzögerte Wundheilung, wiederkehrende Infektionen und tiefe Geschwüre (Ulzera), die bis auf Knochen oder Sehnen reichen können.
Diabetes kann die Wundheilung durch mehrere Faktoren beeinträchtigen. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können das Immunsystem schwächen. Die Durchblutung ist häufig reduziert. Nervenschäden verhindern zudem eine frühzeitige Entlastung der Wunde. Das Ergebnis sind chronische Wunden, die über Wochen oder Monate nicht abheilen. In manchen Fällen bleibt ein diabetisches Fußulkus auch über ein Jahr bestehen.
Häufig bildet sich zusätzlich ein Biofilm aus Bakterien, der die Heilung weiter erschweren kann. Auch eine Besiedlung mit MRSA kommt bei diabetischen Wunden vor, insbesondere nach vorangegangenen Krankenhausaufenthalten oder wiederholter Antibiotikatherapie.
Wer bereits eine Wunde am diabetischen Fuß hatte, trägt zudem ein erhöhtes Risiko für ein erneutes Geschwür an derselben Stelle, da das Gewebe dort oft dauerhaft geschwächt bleibt. Aus diesem Grund empfehlen Fachgesellschaften nach abgeheilten Wunden eine engmaschige Nachsorge mit regelmäßiger Druckmessung und speziell angepasstem Schuhwerk.
Wie behandelt man offene Wunden bei Diabetes?
Offene Wunden bei Diabetes werden in der Regel durch professionelle Wundreinigung, feuchte Wundauflagen, Druckentlastung und eine gute Blutzuckereinstellung behandelt. Idealerweise geschieht das in einem spezialisierten Wundzentrum.
Die Behandlung folgt mehreren Grundprinzipien, die in der ärztlichen Wundversorgung kombiniert werden:
| Maßnahme | Ziel |
|---|---|
| Wundreinigung (Débridement) | Entfernung von abgestorbenem Gewebe und Belägen |
| Druckentlastung | Vermeidung weiterer mechanischer Belastung der Wunde |
| Feuchte Wundauflagen | Schaffung eines heilungsförderlichen Wundklimas |
| Blutzuckerkontrolle | Unterstützung der körpereigenen Heilungsfähigkeit, Ziel meist HbA1c unter 7-8 % |
| Infektionsbehandlung | Eindämmung einer Ausbreitung von Bakterien |
In hartnäckigen Fällen kommen ergänzend moderne Verfahren wie die Kaltplasma-Wundbehandlung zum Einsatz. Sie wird ärztlich angewendet und unterscheidet sich klar von kosmetischen Plasmageräten für den Hausgebrauch. Erste Studien deuten darauf hin, dass Kaltplasma die Keimlast auf der Wunde innerhalb weniger Behandlungssitzungen verringern und die Heilung unterstützen kann. Es ist jedoch kein Allheilmittel, und die Anwendung gehört in ärztliche Hände.
Auch ein Zinkleim-Verband am Fuß kann je nach Befund Teil der Druckentlastung und Wundversorgung sein. Bei einer Wunde am diabetischen Fuß sollte er aber immer erst nach ärztlicher Abklärung angelegt werden, da eine falsche Anwendung die Druckverteilung am Fuß zusätzlich verschlechtern kann.
Was fehlt, wenn die Wunde am diabetischen Fuß nicht heilt?
Heilt eine Wunde nicht, fehlt es häufig an ausreichender Durchblutung, einer wirksamen Entlastung oder einer guten Blutzuckereinstellung. Oft liegt zusätzlich eine unerkannte Infektion vor.
Chronische Wunden bei Diabetes stagnieren oft, weil mehrere Faktoren gleichzeitig wirken. Eine periphere arterielle Verschlusskrankheit kann die Sauerstoffversorgung einschränken. Ein anhaltend hoher Blutzucker kann die Zellreparatur verlangsamen. Fortgesetzter Druck auf die Wunde durch ungeeignetes Schuhwerk kann den Wundverschluss über Wochen hinweg verhindern.
Bleibt eine Wunde länger als zwei bis vier Wochen unverändert oder wird sie größer, ist in jedem Fall eine fachärztliche Abklärung notwendig.
Welche Salbe hilft, wenn die Wunde nicht heilt?
Bei einer nicht heilenden Wunde solltest du keine Salbe in Eigenregie auftragen. Hol dir stattdessen zunächst eine fachärztliche Diagnose, da die Wundversorgung auf Wundtyp und Infektionsstatus abgestimmt werden muss.
Diabetische Wunden benötigen häufig spezielle, feuchtigkeitsregulierende Wundauflagen statt klassischer Salben. Ein zu feuchtes oder zu trockenes Milieu kann die Heilung über Tage bis Wochen hinweg behindern. Welche Wundauflage oder Lokaltherapie geeignet ist, hängt vom Zustand der Wunde, einer möglichen Infektion und der Durchblutungssituation ab. Eine Selbstbehandlung mit frei verkäuflichen Salben kann bei diabetischen Wunden ungeeignet sein und eine notwendige fachärztliche Behandlung verzögern. Das erhöht wiederum das Risiko für eine tiefere Infektion.
Wie beugt man einer Wunde am diabetischen Fuß vor?
Vorbeugung gelingt am diabetischen Fuß vor allem durch tägliche Fußkontrolle, passendes Schuhwerk und eine stabile Blutzuckereinstellung.
Folgende Maßnahmen gelten als pharmazeutisch und ärztlich anerkannte Basis der Prävention:
- Füße täglich auf Druckstellen, Rötungen oder Verletzungen untersuchen, bei Bedarf mit einem Spiegel oder durch Angehörige
- Gut sitzende, druckentlastende Schuhe ohne Nähte an Druckstellen tragen
- Barfußlaufen vermeiden, auch zu Hause
- Nägel vorsichtig und gerade schneiden lassen, idealerweise durch geschulte Fußpflege (Podologie)
- Haut regelmäßig eincremen, um Einrisse durch trockene Haut zu vermeiden
- Blutzucker im empfohlenen Zielbereich halten und regelmäßige Kontrolltermine wahrnehmen
Diese Maßnahmen ersetzen keine ärztliche Behandlung. Sie können aber das Risiko für neue Wunden am diabetischen Fuß über Monate und Jahre spürbar senken. Wichtig ist außerdem, bestehende Hornhaut nicht selbst mit scharfen Instrumenten zu entfernen, da dabei leicht kleine Verletzungen entstehen, die bei Diabetes schlecht heilen.
Warum ist die tägliche Fußkontrolle bei einer Wunde am diabetischen Fuß so wichtig?
Weil Nervenschäden das Schmerzempfinden verringern, fallen Druckstellen, Blasen und kleine Risse oft erst spät auf. Schau dir deine Füße deshalb täglich gut an, auch zwischen den Zehen und an den Fersen. Ein Handspiegel oder eine vertraute Person kann dabei helfen. Prüfe außerdem deine Schuhe vor dem Anziehen auf Fremdkörper und Druckstellen. Neue Rötungen, Schwellungen oder Feuchtigkeit solltest du zeitnah ärztlich abklären lassen.

Wann zum Arzt?
Bei Diabetes solltest du jede neue Wunde am Fuß ernst nehmen und innerhalb weniger Tage ärztlich abklären lassen, auch wenn sie schmerzfrei erscheint.
Folgende Warnzeichen erfordern umgehend ärztliche Hilfe:
- Die Wunde wird größer, tiefer oder breitet sich aus
- Rötung, Schwellung oder Überwärmung rund um die Wunde nehmen zu
- Es tritt Eiter oder unangenehmer Geruch aus der Wunde aus
- Fieber über 38 °C oder ein allgemeines Krankheitsgefühl treten auf
- Die Wunde zeigt nach zwei bis vier Wochen keine Besserung
- Es kommt zu Taubheitsgefühl, starkem Kribbeln oder plötzlicher Schwellung
- Schwarz verfärbtes Gewebe ist sichtbar
In diesen Fällen ist schnelles Handeln entscheidend, um Komplikationen wie eine Ausbreitung der Infektion oder im schlimmsten Fall eine Amputation zu vermeiden. Dieser Ratgeber wurde von unserem pharmazeutischen Fachteam auf Grundlage aktueller Leitlinien erstellt und ersetzt keine individuelle ärztliche Diagnose.
Sprich mit deinem Arzt
Wunden am diabetischen Fuß gehören grundsätzlich in ärztliche Behandlung, auch wenn sie zunächst harmlos wirken. Besprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, welche Therapieoptionen für deine individuelle Situation infrage kommen. Das reicht von klassischer Wundversorgung über Druckentlastung bis hin zu modernen, ärztlich begleiteten Verfahren wie der Kaltplasmatherapie. Nur eine fachkundige Einschätzung kann beurteilen, ob zusätzliche Maßnahmen wie eine Gefäßuntersuchung oder eine spezialisierte Behandlung im Wundzentrum notwendig sind.
Zuletzt aktualisiert: November 2026
Quellen und weiterführende Informationen
Dieser Ratgeber stützt sich auf die folgenden Fachquellen und wird vor der Veröffentlichung fachlich geprüft.
Häufige Fragen
Ist ein geschwollener Fuß ein Symptom von Diabetes?
Eine Schwellung kann auf Durchblutungsstörungen oder eine beginnende Entzündung bei Diabetes hinweisen, ist aber kein alleiniges Diabetes-Symptom. Bei plötzlicher Schwellung solltest du das innerhalb weniger Tage ärztlich abklären lassen.
Wie sieht ein diabetischer Fuß am Anfang aus?
Am Anfang zeigen sich meist trockene Haut, Hornhautbildung an Druckstellen, kleine schmerzfreie Blasen oder eine veränderte Hautfarbe. Diese Zeichen werden oft übersehen, weil Schmerzen fehlen können.
Können Fersenschmerzen ein Symptom von Diabetes sein?
Bei Diabetes äußert sich die Neuropathie an der Ferse eher als Kribbeln oder Taubheitsgefühl denn als klassischer Schmerz. Ungewöhnliche Beschwerden solltest du ärztlich untersuchen lassen.
Welche Wundheilungsstörungen sind typisch für den diabetischen Fuß?
Typisch sind verzögerte Heilung, wiederkehrende Infektionen und tiefe Geschwüre, die bis auf Knochen oder Sehnen reichen können, begünstigt durch Durchblutungsstörungen und Nervenschäden.
Wie behandelt man offene Wunden bei Diabetes?
Durch professionelle Wundreinigung, Druckentlastung, feuchte Wundauflagen, gute Blutzuckereinstellung und bei Bedarf ergänzende Verfahren wie ärztlich angewendetes Kaltplasma im Wundzentrum.
Was fehlt, wenn die Wunde nicht heilt?
Häufig fehlt es an ausreichender Durchblutung, konsequenter Entlastung oder guter Blutzuckereinstellung. Oft liegt zusätzlich eine unerkannte Infektion vor.
Welche Salbe, wenn die Wunde nicht heilt?
Verwende keine Salbe in Eigenregie. Diabetische Wunden benötigen eine fachärztliche Diagnose und individuell abgestimmte Wundauflagen statt frei verkäuflicher Salben.
Wie oft sollte man bei Diabetes die Füße kontrollieren lassen?
Fachgesellschaften empfehlen mindestens eine jährliche ärztliche Fußkontrolle, bei Neuropathie oder früheren Wunden deutlich häufiger, teils alle 1 bis 3 Monate. Zusätzlich solltest du deine Füße täglich selbst beobachten.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende dich an Ärztin, Arzt oder Apotheke.

Fachlich geprüft von: Marco Fechner, PTA – ausgebildete Fachkraft aus der Apotheke · N1 Produktexperte
Zuletzt aktualisiert: 03.11.2026
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