
Essen bei Durchfall: Was jetzt hilft & was Sie meiden
7. September 2026
Was tun bei Durchfall? Sofort-Hilfe & Hausmittel
7. September 2026Was hilft bei Durchfall? Ausreichend Flüssigkeit mit Elektrolyten, leichte Schonkost und körperliche Ruhe lindern die Beschwerden in den meisten Fällen zuverlässig.

Durchfall, medizinisch Diarrhoe genannt, ist definiert als mindestens dreimal täglicher, ungeformter bis wässriger Stuhlgang. Er zählt laut Robert Koch-Institut zu den häufigsten Infektionskrankheiten in Deutschland: Jährlich werden mehrere Millionen Fälle akuter Magen-Darm-Infekte erfasst, viele davon ausgelöst durch Noro- oder Rotaviren (Robert Koch-Institut, 2023). Halten die Beschwerden länger als drei Tage an oder kommen Fieber und Blut im Stuhl hinzu, sollte zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden.
Was ist Durchfall genau?
Durchfall ist nach gängiger medizinischer Definition das Auftreten von mindestens drei ungeformten Stuhlgängen innerhalb von 24 Stunden. Man unterscheidet akuten Durchfall, der bis zu zwei Wochen andauert, von chronischem Durchfall, der länger als vier Wochen anhält und ärztlich abgeklärt werden sollte. Bei akutem Durchfall handelt es sich meist um eine selbstlimitierende Infektion, die ohne spezifische Behandlung ausheilt, sofern der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt stabil gehalten wird. Auch Bakterien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder bestimmte Medikamente können Auslöser sein. In den meisten Fällen klingt akuter Durchfall innerhalb von zwei bis vier Tagen von selbst ab, wenn Körper und Darm ausreichend unterstützt werden.
Was hilft bei Durchfall schnell?
Wer sich fragt, was bei Durchfall am schnellsten hilft, sollte zuerst auf ausreichend Flüssigkeit mit Elektrolyten setzen. Durch den wässrigen Stuhl verliert der Körper nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Mineralstoffe wie Natrium, Kalium und Chlorid. Bleibt dieser Verlust unausgeglichen, drohen Kreislaufprobleme, Schwäche und in schweren Fällen ein gefährlicher Flüssigkeitsmangel.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für die orale Rehydratationslösung pro Liter Wasser etwa 2,6 g Natriumchlorid, 2,9 g Trinatriumcitrat, 1,5 g Kaliumchlorid und 13,5 g Glucose. Als Faustregel gilt: Erwachsene sollten nach jedem wässrigen Stuhlgang zusätzlich rund 200 bis 250 ml Flüssigkeit aufnehmen, bei Kindern reichen häufig 50 bis 100 ml.
- Kleine Mengen Wasser oder ungesüßten Tee alle 15 bis 20 Minuten trinken, statt große Mengen auf einmal.
- Eine Elektrolytlösung aus der Apotheke einnehmen, um Mineralstoffverluste auszugleichen – mehr dazu im Ratgeber Elektrolyte bei Durchfall.
- Wärme auf den Bauch legen, etwa eine Wärmflasche, das kann Krämpfe lindern.
- Auf körperliche Schonung achten und Anstrengung für ein bis zwei Tage vermeiden.
Als unterstützende Maßnahme setzen manche Menschen zusätzlich auf pflanzliche Kapseln, die den Darm beruhigen sollen, etwa die N1 Durchfall Kapseln. Sie ersetzen jedoch keine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und keinen Arztbesuch bei anhaltenden Beschwerden.
Was essen und trinken, wenn man Durchfall hat?
Wer wissen möchte, was bei Durchfall zu essen hilft, sollte auf leichte, fettarme Schonkost setzen, die den Darm nicht zusätzlich reizt. Bewährt haben sich die sogenannte BRAT-Diät (Banane, Reis, Apfelmus, Toast) sowie salzige Suppen und Brühen, die Flüssigkeit und Natrium liefern.
| Geeignet | Eher ungeeignet |
|---|---|
| Zwieback, Weißbrot, Toast | Vollkornprodukte, frisches Brot |
| Reis, Kartoffeln, Nudeln | Frittiertes, fettige Speisen |
| Banane, geriebener Apfel | Rohkost, Zitrusfrüchte |
| Karottensuppe, klare Brühe | Milch, Sahne, fette Soßen |
| Kräutertee, stilles Wasser | Kaffee, Alkohol, stark gezuckerte Getränke |
Wichtig ist außerdem, ausreichend zu trinken – idealerweise in kleinen Schlucken über den Tag verteilt, um den Magen nicht zusätzlich zu belasten. Wer zusätzlich unter Durchfall bei sommerlichen Temperaturen leidet, findet weitere Tipps im Ratgeber Durchfall bei Hitze: Ursachen & was jetzt hilft.
Ist Cola bei Durchfall gut?
Cola wird zwar traditionell bei Durchfall empfohlen, ist aber keine ideale Wahl. Der hohe Zuckergehalt von bis zu 10 g pro 100 ml kann den Wassereinstrom in den Darm sogar fördern und die Beschwerden verschlimmern, während das enthaltene Koffein zusätzlich entwässernd wirkt. Besser geeignet sind stilles Wasser, ungesüßter Tee oder spezielle Elektrolytlösungen.
Sind Kartoffeln und Möhren gut gegen Durchfall?
Ja, Kartoffeln und Möhren zählen zu den empfehlenswerten Lebensmitteln bei Durchfall. Beide sind leicht verdaulich, fettarm und liefern Kalium sowie Pektine, die überschüssige Flüssigkeit im Darm binden können. Klassisch ist die sogenannte Heilnahrung aus gekochten Möhren mit etwas Salz, die auch bei Kindern häufig gut vertragen wird.
Wie macht man Kartoffelbrei bei Durchfall?
Für schonenden Kartoffelbrei bei Durchfall werden Kartoffeln geschält, weich gekocht und ohne Milch oder Butter zerstampft. Stattdessen wird nur etwas Salz und ein Schuss Gemüsebrühe untergerührt, um den Magen-Darm-Trakt nicht zusätzlich mit Fett zu belasten. So bleibt der Kartoffelbrei leicht verdaulich, liefert Energie und Kalium und lässt sich gut mit gedünsteten Möhren kombinieren.
Kann man Pilze bei Durchfall essen?
Pilze sind bei Durchfall eher ungeeignet, da sie schwer verdaulich sind und den gereizten Darm zusätzlich belasten können. Besser ist es, während der akuten Phase, die meist ein bis drei Tage dauert, auf Pilzgerichte zu verzichten und erst nach Abklingen der Beschwerden wieder langsam zur gewohnten Ernährung zurückzukehren.
Ist Käse bei Durchfall geeignet?
Die meisten Käsesorten sind bei Durchfall nicht empfehlenswert, da sie viel Fett enthalten und die Verdauung zusätzlich fordern. Eine Ausnahme kann fettarmer, milder Hartkäse in kleinen Mengen sein, sobald sich der Stuhl bereits wieder normalisiert. In der akuten Phase ist es meist sinnvoller, auf Milchprodukte ganz zu verzichten, da ein vorübergehender Laktoseabbau-Mangel den Durchfall verstärken kann.
Welche Medikamente und Hausmittel helfen zusätzlich bei Durchfall?
Neben Flüssigkeit und Schonkost können bei Erwachsenen kurzfristig auch Arzneimittel zum Einsatz kommen, wenn die Frage im Raum steht, was zusätzlich bei Durchfall helfen kann. Der Wirkstoff Loperamid verlangsamt die Darmbewegung und kann laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bei Erwachsenen ohne ärztliche Rücksprache für maximal zwei Tage angewendet werden. Bei Kindern unter zwölf Jahren, in der Schwangerschaft sowie bei Fieber oder Blut im Stuhl ist Loperamid nicht geeignet.
Probiotische Präparate mit Milchsäurebakterien oder dem Hefepilz Saccharomyces boulardii werden häufig ergänzend eingesetzt, um die natürliche Darmflora nach einem Infekt zu unterstützen. Laut gelbe-liste.de deuten Studien darauf hin, dass bestimmte Probiotika die Dauer von infektiösem Durchfall um etwa ein bis zwei Tage verkürzen können, ein Ersatz für Flüssigkeitszufuhr sind sie jedoch nicht.

Was tun bei Durchfall bei Kindern und Senioren?
Bei Kindern und Senioren stellt sich die Frage, was bei Durchfall in diesen empfindlichen Altersgruppen besonders hilft, mit noch größerer Dringlichkeit, da beide schneller einen gefährlichen Flüssigkeits- und Elektrolytmangel entwickeln als gesunde Erwachsene. Bei Säuglingen kann bereits ein Flüssigkeitsverlust von 5 Prozent des Körpergewichts kritisch werden, bei älteren Menschen speichert der Körper ohnehin weniger Wasser, zudem nehmen viele Senioren Medikamente ein, die den Flüssigkeitshaushalt zusätzlich beeinflussen können.
- Auf ausreichende Trinkmenge achten, notfalls mit Trinkplan oder Erinnerungen unterstützen.
- Elektrolytlösungen aus der Apotheke frühzeitig einsetzen statt abzuwarten.
- Warnzeichen wie Verwirrtheit, trockene Schleimhäute, eingesunkene Augen oder Schwindel ernst nehmen und zeitnah ärztlich abklären lassen.
- Bei bestehenden Grunderkrankungen oder Dauermedikation im Zweifel frühzeitig die Hausarztpraxis kontaktieren.
Gerade bei Kindern und älteren Menschen gilt: Hält der Durchfall länger als ein bis zwei Tage an oder treten zusätzliche Symptome auf, sollte nicht lange abgewartet werden.
Was hilft bei Durchfall auf Reisen?
Was bei Durchfall auf Reisen hilft, hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten ab, doch die Grundprinzipien bleiben gleich: viel trinken, Elektrolyte ausgleichen und auf riskante Lebensmittel verzichten. Reisedurchfall, umgangssprachlich auch als Montezumas Rache bekannt, betrifft je nach Reiseziel und Hygienestandard schätzungsweise 20 bis 50 Prozent aller Fernreisenden, meist ausgelöst durch Bakterien wie Escherichia coli in Wasser oder Speisen.
- Nur abgefülltes oder abgekochtes Wasser trinken, auch für Eiswürfel und Zähneputzen.
- Speisen bevorzugen, die frisch zubereitet und durchgehend heiß serviert werden.
- Auf ungeschältes Obst, rohes Gemüse und Straßenverkauf mit unklarer Kühlkette eher verzichten.
- Eine kleine Reiseapotheke mit Elektrolytpulver und gegebenenfalls Loperamid mitführen.
Hält der Reisedurchfall länger als drei Tage an oder treten hohes Fieber, Blut im Stuhl oder starke Schwäche auf, sollte vor Ort oder nach der Rückkehr eine Arztpraxis aufgesucht werden.
Wann sollte man mit Durchfall zum Arzt gehen?
Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn der Durchfall länger als drei Tage anhält, hohes Fieber über 39 Grad, starke Bauchschmerzen oder Blut im Stuhl hinzukommen. Auch bei Säuglingen, Kleinkindern, Schwangeren und älteren Menschen mit Vorerkrankungen sollte frühzeitig ärztlicher Rat eingeholt werden, da hier das Risiko für einen gefährlichen Flüssigkeitsmangel besonders hoch ist. Laut den Gesundheitsinformationen von gesund.bund.de heilt akuter Durchfall bei Erwachsenen zwar meist innerhalb weniger Tage von selbst, Warnzeichen sollten aber nicht ignoriert werden.
Übrigens setzen manche Menschen ähnliche Strategien zum Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich auch bei anderen Beschwerden ein, etwa im Ratgeber Was hilft gegen Kater: die besten Anti-Kater-Tipps. Wer sich zudem fragt, warum der Stuhl bei manchen Infekten besonders wässrig ausfällt, findet Hintergründe im Beitrag Durchfall wie Wasser: Ursachen & was jetzt hilft.
Zusammengefasst hilft bei Durchfall vor allem die Kombination aus ausreichend Flüssigkeit mit Elektrolyten, leichter Schonkost und körperlicher Ruhe – bei den meisten akuten Fällen klingen die Beschwerden so innerhalb weniger Tage ab. Wer unsicher ist, welche Elektrolytlösung oder welches Präparat im individuellen Fall sinnvoll ist, kann sich in der Apotheke beraten lassen.
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Häufige Fragen
Was hilft bei Durchfall am schnellsten?
Am schnellsten helfen ausreichend Flüssigkeit mit Elektrolyten, leichte Schonkost und körperliche Ruhe. Pflanzliche Kapseln oder Apotheken-Präparate können den Prozess zusätzlich unterstützen.
Wie lange dauert Durchfall normalerweise?
Akuter Durchfall klingt meist innerhalb von zwei bis vier Tagen von selbst ab. Dauert er länger als drei Tage an oder kommen Fieber und Blut im Stuhl hinzu, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Ist Cola bei Durchfall gut?
Nein, Cola ist nicht ideal, da der hohe Zuckergehalt den Durchfall verstärken kann. Besser geeignet sind Wasser, ungesüßter Tee oder Elektrolytlösungen.
Was soll man essen und trinken, wenn man Durchfall hat?
Empfehlenswert sind Zwieback, Reis, Bananen, Karottensuppe sowie viel Wasser oder Kräutertee in kleinen Schlucken. Fettige, scharfe oder stark zuckerhaltige Speisen sollten gemieden werden.
Kann man Pilze bei Durchfall essen?
Besser nicht, da Pilze schwer verdaulich sind und den gereizten Darm zusätzlich belasten können.
Ist Käse bei Durchfall geeignet?
Die meisten Käsesorten sind wegen ihres Fettgehalts eher ungeeignet. Erst wenn sich der Stuhl normalisiert, ist fettarmer Hartkäse in Maßen wieder möglich.
Sind Kartoffeln und Möhren gut gegen Durchfall?
Ja, beide sind leicht verdaulich und liefern Kalium sowie Pektine, die überschüssige Flüssigkeit im Darm binden können.
Wie mache ich Kartoffelbrei bei Durchfall?
Kartoffeln schälen, weich kochen und ohne Milch oder Butter zerstampfen, nur mit etwas Salz und Brühe abschmecken. So bleibt der Kartoffelbrei fettarm und gut verträglich.
Was tun bei Durchfall bei Senioren?
Bei Senioren ist eine frühzeitige Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr besonders wichtig, da sie schneller einen gefährlichen Mangel entwickeln. Bei Warnzeichen wie Verwirrtheit oder Schwindel sollte zügig ärztlicher Rat eingeholt werden.
Wie lange darf man Loperamid ohne Arzt einnehmen?
Erwachsene sollten Loperamid laut BfArM ohne ärztliche Rücksprache höchstens zwei Tage einnehmen. Bei Kindern, in der Schwangerschaft oder bei Fieber und Blut im Stuhl ist der Wirkstoff nicht geeignet.
Was hilft bei Durchfall auf Reisen?
Viel trinken, Elektrolyte ausgleichen und riskante Lebensmittel wie ungeschältes Obst oder Leitungswasser meiden. Eine kleine Reiseapotheke mit Elektrolytpulver kann zusätzlich helfen.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende dich an Ärztin, Arzt oder Apotheke.





