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3. November 2026
Ulcus Cruris: Offenes Bein erkennen & richtig behandeln
3. November 2026Ein Ulcus cruris venosum ist ein offenes Bein, das durch eine chronische Venenschwäche entsteht. Ohne konsequente Kompressionstherapie heilt die Wunde oft über Wochen bis Monate nicht ab und kann zur chronischen Wunde werden.

Die Wunde sitzt meist am Unterschenkel oder Innenknöchel. Dieser Ratgeber erklärt, wie das Ulcus cruris venosum entsteht, welche Rolle Kompressionstherapie, Begleiterkrankungen und Vorbeugung spielen, wie es behandelt wird und wann du unbedingt ärztliche Hilfe suchen solltest.
Was ist ein Ulcus cruris venosum?
Ulcus cruris venosum bedeutet wörtlich „Unterschenkelgeschwür durch Venenerkrankung“. Es entsteht, wenn die Venenklappen in den Beinen nicht mehr richtig schließen und das Blut sich staut. Durch den dauerhaft erhöhten Druck wird das umliegende Gewebe schlecht versorgt, verhärtet sich und bricht schließlich auf. Die Wunde zählt zu den chronischen Wunden, weil sie typischerweise länger als vier bis acht Wochen offen bleibt. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 70 bis 90 Prozent aller offenen Beinwunden venös bedingt sind, wie die S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum der AWMF beschreibt.

Betroffen sind vor allem ältere Menschen ab dem 60. Lebensjahr und Personen mit ausgeprägten Krampfadern, früherer Venenthrombose oder starkem Übergewicht. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. In Deutschland leben nach Schätzungen rund 1 Prozent der Erwachsenen irgendwann mit einem offenen oder abgeheilten Ulcus cruris venosum. Weitere Hintergründe zu Venenerkrankungen allgemein liefert das Portal gesund.bund.de des Bundesgesundheitsministeriums. Wenn du dich zusätzlich grundlegend über Krampfadern und Venenschwäche informieren möchtest, findest du dazu passende Hintergrundartikel im Ratgeberbereich von n1.de.
Welche Symptome treten bei einem Ulcus cruris venosum auf?
Typisch sind eine flache, oft großflächige Wunde mit unregelmäßigem Rand, die meist am Innenknöchel liegt und stark nässt.
- Schwellung und Schweregefühl im Bein
- Bräunliche Hautverfärbung rund um die Wunde
- Juckreiz und Spannungsgefühl der Haut
- Nässende, manchmal übelriechende Wunde
- Sichtbare Krampfadern am betroffenen Bein
Wie unterscheidet sich Ulcus cruris venosum von Ulcus cruris arteriosum?
Der zentrale Unterschied liegt in der Ursache: Beim venösen Ulcus staut sich das Blut, beim arteriellen Ulcus kommt zu wenig Blut im Gewebe an.
| Merkmal | Ulcus cruris venosum | Ulcus cruris arteriosum |
|---|---|---|
| Ursache | Venenschwäche, Blutstau | Arterienverengung, Durchblutungsmangel |
| Typische Lage | Innenknöchel, Unterschenkel | Zehen, Ferse, Fußaußenrand |
| Schmerzen | Eher mäßig, bei Hochlagerung besser | Stark, bei Hochlagerung schlimmer |
| Haut um die Wunde | Bräunlich verfärbt, geschwollen | Blass, kühl, dünn |
| Pulse am Fuß | Meist tastbar | Oft abgeschwächt oder fehlend |
| Anteil an Ulcera cruris | Ca. 70-90 Prozent | Ca. 5-10 Prozent |
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Welche Therapiemöglichkeiten gibt es für ein Ulcus cruris arteriosum?
Beim arteriellen Ulcus steht die Verbesserung der Durchblutung im Vordergrund, nicht die Kompression.
Behandelt wird meist durch eine Wiedereröffnung oder Erweiterung verengter Arterien, etwa per Katheter oder Gefäßoperation. Zusätzlich sind Wundreinigung, geeignete Wundauflagen und die Kontrolle von Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes und Bluthochdruck wichtig. Kompressionsverbände, die beim venösen Ulcus zentral sind, dürfen hier nicht ohne genaue Gefäßabklärung angelegt werden, da sie die Durchblutung weiter verschlechtern können.
Was ist ein Ulcus cruris mixtum?
Ein Ulcus cruris mixtum ist eine Mischform, bei der sowohl eine Venenschwäche als auch eine Arterienverengung vorliegen.
Diese Kombination erschwert die Behandlung, weil Kompression zwar die Venenschwäche lindert, bei stark eingeschränkter arterieller Durchblutung aber riskant sein kann. Deshalb wird vor jeder Therapie genau untersucht, wie gut die Arterien noch durchblutet sind, meist mittels Doppler- oder Duplexsonografie und Messung des Knöchel-Arm-Index. Erst danach legt das Behandlungsteam fest, mit welchem Druck und Material komprimiert werden darf.
Welche Rolle spielt die Kompressionstherapie?
Die Kompressionstherapie gilt als zentrale Säule der Behandlung eines Ulcus cruris venosum, weil sie den erhöhten Venendruck senkt und den Blutrückfluss zum Herzen unterstützt.
Zum Einsatz kommen mehrlagige Kompressionsverbände, Kompressionsstrümpfe oder adaptive Klettverschlusssysteme. Studien, auf die sich die AWMF-Leitlinie stützt, zeigen, dass eine konsequent durchgeführte Kompression die Abheilungsrate im Vergleich zu keiner Kompression deutlich erhöht und die Zeit bis zur Wundheilung spürbar verkürzt. Wichtig ist der richtige Anpressdruck: Zu locker angelegte Verbände wirken kaum, zu straffe Verbände können die Durchblutung einschränken. Deshalb wird die Kompressionsklasse individuell festgelegt und der Sitz des Verbands regelmäßig kontrolliert. Nach Abheilung der Wunde wird meist dauerhaft ein Kompressionsstrumpf empfohlen, um ein erneutes Aufbrechen der Haut zu verhindern.
Wie wird ein Ulcus cruris venosum behandelt?
Die Basistherapie besteht aus Kompression, fachgerechter Wundversorgung und Behandlung der zugrunde liegenden Venenschwäche.
- Kompressionstherapie: Verbände oder medizinische Kompressionsstrümpfe reduzieren den Venendruck und unterstützen den Rückfluss des Blutes.
- Wundreinigung: Abgestorbenes Gewebe wird regelmäßig entfernt, um die Heilung zu fördern.
- Feuchte Wundauflagen: Sie halten ein für die Heilung günstiges Wundklima aufrecht.
- Behandlung der Venenschwäche: Je nach Befund kommen Verödung, Lasertherapie oder eine Operation der betroffenen Venen infrage.
- Bewegung: Regelmäßiges Gehen aktiviert die Muskelpumpe und unterstützt den venösen Rückfluss.
Bei schwer heilenden Wunden wird gelegentlich auch Kaltplasma als ergänzende, ärztlich angewendete Therapieoption eingesetzt, die von Kosmetikgeräten für zu Hause klar abzugrenzen ist. Ausführliche Hinweise zur Lokaltherapie bietet die S3-Leitlinie Lokaltherapie schwerheilender und chronischer Wunden.
Wie lässt sich einem Ulcus cruris venosum vorbeugen?
Vorbeugung setzt vor allem an der zugrunde liegenden Venenschwäche an, da ein frühzeitig behandeltes Venenleiden das Risiko für ein offenes Bein deutlich senkt.
- Regelmäßige Bewegung, besonders Gehen, Radfahren und Schwimmen, aktiviert die Muskelpumpe in den Waden.
- Langes Stehen oder Sitzen ohne Pause vermeiden, zwischendurch die Beine hochlegen.
- Übergewicht reduzieren, da zusätzliches Gewicht den Venendruck erhöht.
- Bei bekannter Venenschwäche konsequent Kompressionsstrümpfe tragen, auch wenn noch keine Wunde besteht.
- Krampfadern frühzeitig ärztlich abklären und bei Bedarf behandeln lassen, statt abzuwarten.
- Die Haut an Unterschenkeln und Knöcheln regelmäßig auf Verfärbungen, Verhärtungen oder kleine Verletzungen kontrollieren.
- Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Übergewicht konsequent mitbehandeln, da sie das Rückfallrisiko zusätzlich erhöhen.
Wer bereits ein Ulcus cruris venosum hatte, hat ein erhöhtes Risiko für ein erneutes Auftreten. Die konsequente Nachsorge mit Kompressionsstrumpf und regelmäßigen Kontrollterminen senkt dieses Rückfallrisiko spürbar. Wer sich zusätzlich allgemein über eine ausgewogene Ernährung und die Versorgung mit Mikronährstoffen informieren möchte, findet dazu Informationen im Ratgeberbereich von n1.de.
Welche Begleiterkrankungen beeinflussen Verlauf und Heilung?
Mehrere Begleiterkrankungen können die Entstehung und Heilung eines Ulcus cruris venosum zusätzlich erschweren, weshalb sie bei der Behandlung immer mitberücksichtigt werden müssen.
- Diabetes mellitus: Erhöhte Blutzuckerwerte verschlechtern die Wundheilung, schädigen kleine Blutgefäße und Nerven in den Beinen und erhöhen das Infektionsrisiko deutlich. Eine gute Blutzuckereinstellung ist deshalb Teil der Behandlung. Zusätzlich sollte bei Diabetes regelmäßig auf diabetesbedingte Nervenschäden an den Füßen geachtet werden, da Wunden dann oft später bemerkt werden.
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Liegt zusätzlich eine Arterienverengung vor, entsteht ein Ulcus cruris mixtum, bei dem die Kompression angepasst oder zurückhaltender eingesetzt werden muss, um die Durchblutung nicht weiter zu beeinträchtigen.
- Adipositas: Starkes Übergewicht erhöht den Venendruck in den Beinen zusätzlich und erschwert oft auch das korrekte Anlegen von Kompressionsverbänden.
- Herzinsuffizienz: Eine Herzschwäche kann Wassereinlagerungen in den Beinen verstärken, die Kompressionstherapie verkomplizieren und die Wundheilung zusätzlich belasten. Bei stark eingeschränkter Pumpfunktion muss die Kompressionsstärke deshalb ärztlich angepasst werden.
- Chronisch-venöse Insuffizienz in fortgeschrittenem Stadium: Je länger und ausgeprägter die Venenschwäche bereits besteht, desto höher ist das Risiko für ein wiederkehrendes oder schlecht heilendes Ulcus.
- Rheumatische und entzündliche Erkrankungen: Sie können eigene Wundformen auslösen, die Immunantwort verändern und bestehende Wunden komplizieren. Dazu zählen etwa entzündliche Hauterkrankungen, die eine Wunde zusätzlich reizen können.
- Adipositas-assoziierte Lymphabflussstörung (Lipo-/Lymphödem): Begleitende Lymphabflussstörungen verstärken die Schwellung und erschweren zusätzlich die Wundheilung.
- Kontaktallergien und chronisches Stauungsekzem: Langjährige Venenschwäche begünstigt Hautekzeme und Allergien auf Wundauflagen oder Verbandmaterial, die die Wundumgebung zusätzlich reizen und die Auswahl geeigneter Verbandstoffe erschweren können.
- Depressive Verstimmungen und soziale Isolation: Langwierige, schlecht heilende Wunden gehen bei einem Teil der Betroffenen mit psychischer Belastung einher, die wiederum die Therapietreue beeinträchtigen kann. Eine begleitende psychosoziale Unterstützung wird in solchen Fällen empfohlen.
Deshalb gehört zur Abklärung eines Ulcus cruris venosum immer auch eine Überprüfung von Blutzucker, Durchblutung der Beinarterien, Herzfunktion und gegebenenfalls Lymphabfluss. Bestehende Begleiterkrankungen werden parallel zur Wundtherapie behandelt, da sich sonst die Heilungschancen deutlich verschlechtern. Wer mehrere dieser Begleiterkrankungen gleichzeitig hat, sollte besonders engmaschig ärztlich betreut werden, da sich die Risiken gegenseitig verstärken können.
Darf ich mit einem Ulcus cruris duschen?
Duschen ist in der Regel möglich, wenn die Wunde mit einem wasserundurchlässigen Verband geschützt ist.
Sprich die genaue Vorgehensweise mit deiner Arztpraxis oder dem Wundzentrum ab. Direktes Baden in Wannen oder Schwimmbädern solltest du meiden, da aufgeweichte Haut und Keime im Wasser die Wunde zusätzlich belasten können.
Wie lange braucht ein Ulcus cruris venosum zum Heilen?
Die Heilungsdauer liegt oft zwischen mehreren Wochen und vielen Monaten, abhängig von Größe, Alter der Wunde, Begleiterkrankungen und konsequenter Kompressionstherapie.
| Faktor | Einfluss auf Heilungsdauer |
|---|---|
| Wundgröße bei Behandlungsbeginn | Größere Wunden brauchen deutlich länger |
| Konsequente Kompression | Verkürzt die Heilungszeit spürbar |
| Begleiterkrankungen (z. B. Diabetes, pAVK, Herzinsuffizienz) | Verlangsamen die Heilung |
| Bestehen der Wunde vor Therapiebeginn | Je länger offen, desto langsamer die Abheilung |
Manche Ulzera heilen innerhalb von 6 bis 12 Wochen konsequenter Therapie ab, andere bestehen trotz Behandlung über Monate oder werden zur chronischen Wunde, die länger als ein Jahr offen bleibt. Bleibt die Wunde über mehrere Wochen gleich groß, sollte die Therapie überprüft und nach bisher unentdeckten Begleiterkrankungen gesucht werden.
Wie wirkt sich ein Ulcus cruris venosum auf die Lebensqualität aus?
Ein chronisches Ulcus cruris venosum schränkt den Alltag spürbar ein, da Schmerzen, Geruchsbildung und ständige Verbandwechsel belastend sein können.
Befragungen von Betroffenen, auf die sich Fachgesellschaften beziehen, zeigen, dass viele Menschen mit offenem Bein über Einschränkungen in Mobilität, Schlaf und sozialen Kontakten berichten. Die sichtbare Wunde und mögliche Geruchsentwicklung führen bei einem Teil der Betroffenen zu Rückzug und psychischer Belastung bis hin zu depressiven Verstimmungen. Eine konsequente Therapie mit sichtbarem Heilungsfortschritt verbessert in Studien regelmäßig auch die berichtete Lebensqualität, da Schmerzen abnehmen und die Mobilität zurückkehrt. Deshalb ist neben der rein körperlichen Behandlung auch die Begleitung durch Pflegefachpersonen und gegebenenfalls psychosoziale Unterstützung sinnvoll, besonders bei langwierigen Verläufen.
Wie oft ist ein Verbandswechsel bei Ulcus cruris venosum nötig?
Wie häufig der Verband gewechselt wird, hängt von der verwendeten Wundauflage und der Menge an Wundflüssigkeit ab.
Manche moderne Wundauflagen können mehrere Tage, teils bis zu einer Woche, auf der Wunde bleiben, andere müssen täglich erneuert werden. Die genaue Frequenz legt die behandelnde Fachperson fest, orientiert an Wundzustand und Nässegrad. Wichtig ist, den Kompressionsverband nicht eigenmächtig zu verändern, ohne vorher Rücksprache zu halten.
Kann man Wund- und Heilsalbe auf offene Wunden auftragen?
Bei einem Ulcus cruris venosum ist eine klassische Wund- und Heilsalbe meist nicht geeignet, weil sie ein feuchtes Wundmilieu stören und die Beurteilung der Wunde erschweren kann.
Für chronische, stark nässende Wunden werden in der Regel spezielle Wundauflagen verwendet, die auf das jeweilige Stadium der Wunde abgestimmt sind. Welches Produkt infrage kommt, entscheidet die behandelnde Fachperson individuell. Trage daher keine Salbe ohne Rücksprache auf eine offene Beinwunde auf.
Was darf man bei einer Wunde wie dem Ulcus cruris auf keinen Fall tun?
Du solltest die Wunde niemals selbst mit scharfen Hausmitteln, Puder oder stark färbenden Desinfektionsmitteln behandeln.
- Keine ungeprüften Hausmittel wie Honig, Zahnpasta oder Puder auftragen
- Wunde nicht trockenlegen oder mit Fön behandeln
- Kompressionsverband nicht selbst entfernen oder lockern
- Wunde nicht aufkratzen oder abgestorbenes Gewebe selbst entfernen
- Behandlung nicht eigenmächtig abbrechen, auch wenn es kurzfristig besser aussieht
Wann zum Arzt?
Bei einem Ulcus cruris solltest du immer in ärztlicher Behandlung sein, bestimmte Anzeichen erfordern aber zeitnahes Handeln.
- Die Rötung um die Wunde breitet sich sichtbar aus
- Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl treten auf
- Die Wunde beginnt zu eitern oder riecht plötzlich stark unangenehm
- Die Wunde wird nach zwei bis vier Wochen Behandlung nicht kleiner
- Starke, neu auftretende Schmerzen im Bein
- Taubheitsgefühl oder plötzlich kühle, blasse Haut am Fuß
- Bekannter Diabetes oder bekannte Durchblutungsstörungen mit neu auftretender Wundverschlechterung
In diesen Fällen solltest du zeitnah eine Arztpraxis oder ein Wundzentrum aufsuchen, statt abzuwarten. Auch die Robert Koch-Institut-Hinweise zu Wundinfektionen betonen, dass sich ausbreitende Rötungen und Fieber ärztlich abgeklärt werden sollten, um eine Ausbreitung der Infektion zu vermeiden.
Sprich mit deinem Arzt
Ein Ulcus cruris venosum gehört in fachärztliche Begleitung, da die zugrunde liegende Venenschwäche behandelt werden muss, damit die Wunde dauerhaft abheilt. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über die für dich passende Kombination aus Kompression, Wundversorgung und gegebenenfalls venenchirurgischen Maßnahmen. Auch moderne Verfahren wie die ärztlich angewendete Kaltplasmatherapie solltest du nur nach individueller Abklärung in Betracht ziehen.
Zuletzt aktualisiert: November 2026
Quellen und weiterführende Informationen
Dieser Ratgeber stützt sich auf die folgenden Fachquellen und wird vor der Veröffentlichung fachlich geprüft.
Häufige Fragen
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es für ein Ulcus cruris arteriosum?
Im Vordergrund stehen die Wiedereröffnung verengter Arterien per Katheter oder Operation, dazu Wundversorgung und die Kontrolle von Risikofaktoren wie Rauchen und Diabetes. Kompression wird hier nur nach genauer Gefäßabklärung eingesetzt.
Was ist ein Ulcus cruris mixtum?
Das ist eine Mischform aus venösem und arteriellem Ulcus, bei der sowohl eine Venenschwäche als auch eine Arterienverengung vorliegen. Die Behandlung muss beide Ursachen berücksichtigen.
Was ist der Unterschied zwischen Ulcus cruris arteriosum und venosum?
Beim venösen Ulcus staut sich Blut durch defekte Venenklappen, beim arteriellen Ulcus kommt zu wenig Blut durch verengte Arterien an. Lage, Schmerzcharakter und Hautbild unterscheiden sich entsprechend.
Welche Begleiterkrankungen verschlechtern die Heilung eines Ulcus cruris venosum?
Diabetes mellitus, periphere arterielle Verschlusskrankheit, Adipositas, Herzinsuffizienz, rheumatische Erkrankungen und chronisches Stauungsekzem können die Wundheilung zusätzlich erschweren. Sie sollten parallel zur Wundtherapie ärztlich mitbehandelt werden.
Welche Rolle spielt die Kompressionstherapie beim Ulcus cruris venosum?
Sie senkt den erhöhten Venendruck und gilt laut AWMF-Leitlinie als zentraler Baustein der Behandlung. Sie wird meist mit Verbänden oder Kompressionsstrümpfen umgesetzt und auch nach Abheilung zur Vorbeugung fortgeführt.
Wie kann man einem Ulcus cruris venosum vorbeugen?
Regelmäßige Bewegung, Gewichtskontrolle, das Tragen von Kompressionsstrümpfen bei bekannter Venenschwäche und die frühzeitige Behandlung von Krampfadern senken das Risiko spürbar.
Darf ich mit einem Ulcus cruris duschen?
Meist ja, wenn die Wunde mit einem wasserdichten Verband geschützt ist. Baden oder Schwimmen solltest du vermeiden und die genaue Vorgehensweise mit deiner Arztpraxis abklären.
Wie lange braucht ein Ulcus zum Heilen?
Das reicht von 6 bis 12 Wochen bei guter Therapietreue bis zu mehreren Monaten oder länger, abhängig von Wundgröße, Begleiterkrankungen und konsequenter Kompressionstherapie.
Wie oft Verbandswechsel bei Ulcus cruris?
Das hängt von der Wundauflage und der Nässemenge ab und reicht von täglich bis zu einmal pro Woche. Die Fachperson legt den passenden Rhythmus fest.
Kann man Wund- und Heilsalbe auf offene Wunden machen?
Bei einem Ulcus cruris venosum ist eine klassische Wund- und Heilsalbe meist nicht geeignet, da spezielle Wundauflagen benötigt werden. Trage keine Salbe ohne ärztliche Rücksprache auf.
Was darf man bei Wunden auf keinen Fall tun?
Keine ungeprüften Hausmittel verwenden, den Kompressionsverband nicht selbst entfernen und die Wunde nicht aufkratzen oder eigenmächtig behandeln.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende dich an Ärztin, Arzt oder Apotheke.

Fachlich geprüft von: Marco Fechner, PTA – ausgebildete Fachkraft aus der Apotheke · N1 Produktexperte
Zuletzt aktualisiert: 03.11.2026
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