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8. September 2026Wie sehn Hämorrhoiden aus? Im Anfangsstadium bleiben sie unsichtbar, ab Grad II zeigen sie sich als gerötete bis bläulich-pralle Knoten am After.

Eine Hämorrhoide ist ein natürliches, ringförmiges Blutgefäßpolster am Übergang vom Enddarm zum After, das gemeinsam mit dem Schließmuskel für die Feinabdichtung beim Stuhlgang sorgt. Jeder Mensch besitzt dieses Gewebe von Geburt an – erst wenn es sich krankhaft vergrößert, sprechen Mediziner:innen vom Hämorrhoidalleiden. Nur fortgeschrittene Formen treten sichtbar nach außen, frühe Veränderungen bleiben oft unbemerkt.
Laut der S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie (AWMF-Registernummer 081-007, Leitlinie von 2019) entwickeln viele Erwachsene ab dem 30. bis 40. Lebensjahr Beschwerden durch vergrößerte Hämorrhoiden. Schätzungen zufolge sind bis zu 70 Prozent der Bevölkerung irgendwann betroffen. Ärztlich vorstellig werden jedoch nur etwa 4 von 10 Betroffenen, da viele die Beschwerden lange verschweigen. Wer wissen möchte, wie sehn Hämorrhoiden aus, findet online zwar viele Bilder – die tatsächliche Einordnung gelingt aber nur mit Wissen über die Stadien.
Was sind Hämorrhoiden genau?
Hämorrhoiden sind schwammartige Blutgefäßpolster im Analkanal, die den Schließmuskel unterstützen. Vergrößern sich diese Polster durch Druck, starkes Pressen oder Bindegewebsschwäche, entsteht das Hämorrhoidalleiden (ICD-10-Code I84). Ärzt:innen unterscheiden dabei vier Schweregrade, die sich nach Größe, Lage und Sichtbarkeit richten. Diese Faktoren bestimmen, wie ausgeprägt die Veränderung von außen erkennbar ist. Mehr Grundlagenwissen liefert der Ratgeber Hämorrhoiden.
Wie sehen Hämorrhoiden im Anfangsstadium aus?
Im ersten Stadium (Grad I) sind Hämorrhoiden von außen nicht sichtbar. Sie liegen vollständig im Analkanal und lassen sich nur bei einer proktologischen Untersuchung mit dem Proktoskop erkennen. Typisch ist lediglich hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier. Schmerzen treten in der Regel nicht auf, da die betroffene Zone oberhalb der schmerzempfindlichen Schleimhaut liegt. Unbehandelt kann sich Grad I über Jahre zu Grad II oder III weiterentwickeln – muss es aber nicht. Eine frühzeitige Ernährungsumstellung kann das Fortschreiten oft verlangsamen. Wer sich fragt, wie sehn Hämorrhoiden aus, wenn sie noch klein sind: In diesem frühen Stadium gibt es meist gar kein sichtbares Erscheinungsbild, sondern nur unspezifische Anzeichen.
Wie sehen Hämorrhoiden in fortgeschrittenen Stadien aus?
Ab Grad II bis IV werden Hämorrhoiden zunehmend sichtbar und tastbar. Sie verändern dabei Farbe, Konsistenz und Größe deutlich. Die Übersicht zeigt, wie sich das Aussehen mit dem Schweregrad wandelt.
| Grad | Aussehen | Typisches Merkmal | Häufige Beschwerdedauer |
|---|---|---|---|
| I | Nicht sichtbar, nur innen tastbar | Blut auf Toilettenpapier | oft Wochen bis Monate unbemerkt |
| II | Tritt beim Pressen leicht vor, zieht sich von selbst zurück | Vorübergehende Knoten am After | meist episodisch, Tage bis Wochen |
| III | Tritt beim Stuhlgang vor, muss manuell zurückgeschoben werden | Bläulich-rote, pralle Knoten | häufig dauerhaft ohne Behandlung |
| IV | Dauerhaft sichtbar, nicht zurückschiebbar | Feste, oft schmerzhafte Knoten außen | chronisch, meist operationspflichtig |
Wer über mehrere Wochen beobachtet, wie sehn Hämorrhoiden aus, erkennt oft, dass Farbe und Größe der Knoten mit fortschreitendem Stadium deutlich zunehmen. Weitere Details zu den einzelnen Schweregraden bietet der Beitrag Innere Hämorrhoiden.
Wie sieht eine äußere Hämorrhoide aus?
Eine äußere Hämorrhoide zeigt sich als weicher bis praller Knoten direkt am Rand des Afters, oft bläulich-violett verfärbt und wenige Millimeter bis über einen Zentimeter groß. Sie fühlt sich beim Ertasten wie eine kleine, gefüllte Blase an und kann bei zusätzlicher Thrombose innerhalb weniger Stunden stark anschwellen. Diese besonders schmerzhafte Form heißt Analvenenthrombose. Sie ist unangenehm, aber meist ungefährlich und heilt oft innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab. Manchmal bleibt danach eine kleine, schlaffe Hautfalte zurück – eine sogenannte Mariske, die rein optisch, aber nicht medizinisch behandelt werden muss. Im direkten Vergleich wirkt eine äußere Hämorrhoide meist praller und dunkler als eine Mariske, die eher blass, weich und in sich zusammengefallen erscheint. Bildbeschreibungen und Unterschiede zeigt der Ratgeber Äußere Hämorrhoiden.
Wie sieht eine innere Hämorrhoide aus?
Innere Hämorrhoiden liegen oberhalb der schmerzempfindlichen Zone und sind zunächst unsichtbar. Treten sie beim Pressen nach außen, erscheinen sie als weiche, rötliche bis bläuliche Knoten mit glänzender Schleimhautoberfläche. Charakteristisch: Innere Hämorrhoiden bluten meist schmerzlos, während äußere eher Juckreiz und Druckgefühl verursachen. Auf einem Foto wirkt eine innere Hämorrhoide oft heller und feuchter als eine äußere, da die Schleimhaut dünner und stärker durchblutet ist als die Haut am Afterrand. Bleiben innere Knoten dauerhaft draußen und schwellen an, kann sich die Farbe von rosa über rot bis dunkelblau verändern – ein Hinweis auf gestaute Durchblutung, der ärztlich abgeklärt werden sollte.
Wie stellt die Ärztin oder der Arzt die Diagnose?
Zur Diagnose gehört zunächst ein Gespräch über Beschwerden, Stuhlgewohnheiten und Vorerkrankungen. Anschließend folgt meist eine körperliche Untersuchung: Bei der digital-rektalen Untersuchung tastet die Ärztin oder der Arzt den Analkanal mit dem Finger ab, um Knoten, Verhärtungen oder Schmerzpunkte zu erkennen. Für eine genaue Einordnung des Schweregrads kommt zusätzlich ein Proktoskop zum Einsatz – ein kurzes, starres Rohr mit Lichtquelle, mit dem sich auch innere, von außen unsichtbare Hämorrhoiden beurteilen lassen. Bei unklaren Blutungen oder Verdacht auf weitere Darmerkrankungen kann eine Darmspiegelung sinnvoll sein. Diese Untersuchung dauert in der Regel nur wenige Minuten und ist zwar unangenehm, aber kaum schmerzhaft.
Wie unterscheiden sich Hämorrhoiden optisch von ähnlichen Analerkrankungen?
Nicht jeder Knoten am After ist eine Hämorrhoide. Mehrere Erkrankungen sehen ähnlich aus, unterscheiden sich aber in Ursache und Behandlung. Der Überblick hilft bei der ersten Einordnung, ersetzt aber keine ärztliche Diagnose:
- Marisken: weiche, schlaffe Hautfalten ohne Blutgefäßfüllung, meist schmerzlos und rein kosmetisch störend
- Analfissur: ein schmaler, schmerzhafter Einriss der Schleimhaut, oft mit hellrotem Blut, aber ohne tastbaren Knoten
- Analabszess: gerötete, überwärmte Schwellung mit starkem Druckschmerz und teils Fieber
- Analvenenthrombose: plötzlich auftretender, bläulich-praller, sehr schmerzhafter Knoten am Afterrand
Da sich die Bilder ähneln können, bringt letztlich nur eine proktologische Untersuchung Klarheit darüber, wie sehn Hämorrhoiden aus im Vergleich zu diesen verwandten Beschwerdebildern.

Wie häufig sind Hämorrhoiden – Zahlen und Fakten
Hämorrhoidalbeschwerden zählen zu den häufigsten proktologischen Diagnosen in Deutschland. Nach Angaben von gesund.bund.de sucht ein erheblicher Teil der über 30-Jährigen im Laufe des Lebens deswegen ärztlichen Rat. Die AWMF-S3-Leitlinie Hämorrhoidalleiden (Leitlinie von 2019) fasst den wissenschaftlichen Kenntnisstand zu Diagnostik und Therapie zusammen. Männer und Frauen sind demnach etwa gleich häufig betroffen, das Risiko steigt jedoch mit dem Alter kontinuierlich. Bei rund 90 Prozent der Betroffenen genügen laut Fachgesellschaften konservative Maßnahmen wie Ernährungsumstellung und äußerliche Präparate, um Grad-I- und Grad-II-Beschwerden innerhalb von zwei bis vier Wochen deutlich zu lindern.
Woran erkennt man Hämorrhoiden noch – typische Symptome
Neben dem sichtbaren Erscheinungsbild gibt es weitere typische Anzeichen, die auf ein Hämorrhoidalleiden hindeuten können:
- Hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier oder im Stuhl
- Juckreiz und Nässen am After
- Fremdkörpergefühl, als sei da noch etwas
- Brennen oder Druckschmerz beim Sitzen
- Tastbare Knötchen nach dem Stuhlgang
- Gefühl der unvollständigen Entleerung
Diese Beschwerden können auch bei Analfissuren oder Marisken auftreten. Wer diese Anzeichen frühzeitig kennt, kann besser einschätzen, wie sehn Hämorrhoiden aus, bevor überhaupt sichtbare Knoten entstehen. Eine sichere Einordnung gelingt jedoch nur durch eine ärztliche Untersuchung.
Wieso bekommen Männer und Frauen Hämorrhoiden?
Hämorrhoiden entstehen durch dauerhaft erhöhten Druck im Analkanal. Begünstigende Faktoren sind:
- Chronische Verstopfung und starkes Pressen beim Stuhlgang
- Ballaststoffarme Ernährung und wenig Flüssigkeit – viele Betroffene trinken unter 1,5 Liter pro Tag
- Bewegungsmangel und langes Sitzen, etwa über acht Stunden täglich
- Übergewicht
- Schwangerschaft und Geburt, bedingt durch erhöhten Druck im Beckenbereich
- Bindegewebsschwäche, die mit dem Alter zunimmt
Bei Männern spielt zusätzlich häufig schweres Heben eine Rolle. Eine genetische Veranlagung kann das Risiko bei beiden Geschlechtern erhöhen.
Wie kann man Hämorrhoiden vorbeugen?
Vorbeugung setzt bei den Auslösern an: weniger Druck im Analkanal und ein regelmäßiger, weicher Stuhlgang. Bewährt haben sich laut Fachgesellschaften:
- Ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Gemüse und Obst
- Ausreichend trinken, idealerweise 1,5 bis 2 Liter Wasser täglich
- Regelmäßige Bewegung, etwa 30 Minuten Gehen oder Radfahren am Tag
- Nicht pressen und nicht zu lange auf der Toilette sitzen
- Toilettengang bei Stuhldrang nicht hinauszögern
Diese Gewohnheiten senken den Druck auf die Gefäßpolster und können das Risiko einer erneuten Vergrößerung nach einer Behandlung verringern.
Was hilft gegen sichtbare Hämorrhoiden?
Leichte bis mittlere Hämorrhoiden lassen sich häufig mit äußerlich angewendeten Präparaten und einem angepassten Lebensstil lindern. Kühlende, abschwellende Gele können Juckreiz und Spannungsgefühl reduzieren, etwa das N1 Hämorrhoiden Gel, das mehrmals täglich zur unterstützenden Pflege bei gereizter Analhaut aufgetragen werden kann. Ergänzend hilft eine ballaststoffreiche Ernährung mit rund 30 Gramm Ballaststoffen und mindestens 1,5 bis 2 Litern Flüssigkeit pro Tag, um den Stuhlgang zu erleichtern. In der Apotheke beraten Fachkräfte zusätzlich zur Auswahl geeigneter Präparate und zur richtigen Anwendung. Bei anhaltenden Beschwerden ab Grad III kommen ärztliche Verfahren wie Gummibandligatur oder Sklerosierung infrage, die laut Fachliteratur bei einem Großteil der Behandelten zu deutlicher Besserung führen. Einen Überblick über geeignete Wirkstoffe bietet der Ratgeber Hämorrhoiden Salbe.
Ab wann sollte man bei Hämorrhoiden zum Arzt gehen?
Bei anhaltendem Blut im Stuhl, starken Schmerzen, tastbaren Knoten, die nicht zurückgehen, oder Beschwerden über mehr als eine Woche sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Blutungen aus dem After können auch andere Ursachen haben, etwa Analfissuren oder in seltenen Fällen ernstere Darmerkrankungen. Nur eine proktologische Untersuchung schafft Sicherheit darüber, wie sehn Hämorrhoiden aus und ob es sich überhaupt um ein Hämorrhoidalleiden handelt. Weiterführende, geprüfte Informationen bieten gesund.bund.de, die Fachdatenbank Gelbe Liste sowie die S3-Leitlinie Hämorrhoidalleiden der AWMF.
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Häufige Fragen
Woher weiß ich, ob es Hämorrhoiden sind?
Typische Hinweise sind hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier, Juckreiz, ein Fremdkörpergefühl am After und tastbare Knötchen nach dem Stuhlgang. Eine sichere Diagnose stellt nur eine ärztliche Untersuchung.
Kann man durch Hämorrhoiden Fieber bekommen?
Hämorrhoiden selbst verursachen normalerweise kein Fieber. Tritt Fieber zusammen mit starken Schmerzen oder Schwellung auf, kann eine Entzündung oder ein Abszess vorliegen – dann sollte zeitnah ein Arzt aufgesucht werden.
Wie sieht eine Hämorrhoide von außen aus?
Von außen zeigt sich eine Hämorrhoide meist als weicher, bläulich-roter Knoten am Analrand, der prall gefüllt wirkt und bei Reizung innerhalb von Stunden anschwellen kann.
Wer behandelt Hämorrhoiden bei Männern?
Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis, bei anhaltenden oder stärkeren Beschwerden überweist diese an eine proktologische oder chirurgische Fachpraxis.
Wieso bekommen Männer Hämorrhoiden?
Häufige Ursachen bei Männern sind Verstopfung, ballaststoffarme Ernährung, langes Sitzen, Übergewicht und starkes Pressen beim Stuhlgang.
Wie sehen Hämorrhoiden am After auf Bildern aus?
Auf Fotos zeigen sich Hämorrhoiden als runde bis ovale, rötlich-bläuliche Knoten unterschiedlicher Größe, teils mit glänzender Schleimhautoberfläche, direkt am oder im Analrand.
Wie bekomme ich eine Hämorrhoide am After weg?
Leichte Fälle bessern sich oft innerhalb von zwei bis vier Wochen durch ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Trinken, weniger Pressen sowie kühlende, abschwellende Gele. Bei anhaltenden Beschwerden helfen ärztliche Verfahren wie Verödung oder Gummibandligatur.
Ab wann sollte man bei Hämorrhoiden zum Arzt gehen?
Spätestens bei anhaltendem Blut im Stuhl, starken Schmerzen, nicht zurückgehenden Knoten oder Beschwerden über mehrere Tage sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Sind äußere Hämorrhoiden schlimm?
Äußere Hämorrhoiden sind meist unangenehm, aber selten gefährlich. Bei plötzlicher, starker Schwellung mit Schmerz kann eine Analvenenthrombose vorliegen, die ärztlich behandelt werden sollte.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende dich an Ärztin, Arzt oder Apotheke.





