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Psoriasis (Schuppenflechte)
Psoriasis, umgangssprachlich Schuppenflechte, ist eine chronische, nicht ansteckende Autoimmunerkrankung der Haut, die durch gerötete, schuppende Hautstellen, Juckreiz und einen schubweisen Verlauf gekennzeichnet ist. Sie kann auch Gelenke betreffen und ist nicht ursächlich heilbar, aber gut behandelbar.
Hier erfährst du alles zum Thema Psoriasis/Schuppenflechte.
Was sind die klassischen Symptome? Worauf sollte ich bei der Hautpflege achten? Wie kann ich die Erkrankung behandeln?
Pharmazeutisch geprüfte Inhalte – Stand: Oktober 2026
Was ist Psoriasis und wie entsteht Schuppenflechte?
Schuppenflechte ist eine chronische, entzündliche Hauterkrankung, bei der sich Hautzellen stark beschleunigt erneuern. Typisch sind scharf begrenzte, gerötete Hautstellen mit silbrig-weißen Schuppen, die meist in Schüben auftreten und nicht ansteckend sind.
Weltweit sind laut Schätzungen etwa 2-3 % der Bevölkerung betroffen, in Deutschland geht man von rund 2 Millionen Erkrankten aus. Die Erkrankung kann in jedem Alter beginnen, häufig zeigen sich erste Anzeichen zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr. Bei gesunder Haut dauert die Zellerneuerung etwa 28 Tage, bei Betroffenen verkürzt sich dieser Zyklus auf 3 bis 7 Tage.
Welche Ursachen und Auslöser hat Psoriasis?
Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Man geht von einem Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung und einer Fehlsteuerung des Immunsystems aus, wodurch sich Hautzellen zu schnell teilen. Bei entsprechender Veranlagung können verschiedene Faktoren einen Schub begünstigen oder auslösen:
- Stress und psychische Belastung
- Infekte, zum Beispiel Streptokokken-Infektionen
- Hautverletzungen, Reibung oder Sonnenbrand (Köbner-Phänomen)
- Bestimmte Medikamente, etwa Betablocker oder Lithium
- Alkohol und Nikotin
- Hormonelle Veränderungen
- Klimafaktoren wie Kälte und trockene Luft
Da die Auslöser individuell sehr unterschiedlich ausfallen können, lohnt sich oft ein persönliches Schub-Tagebuch, um eigene Muster zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.
Welche Formen und Typen gibt es?
Die Hauterkrankung zeigt sich in unterschiedlichen Erscheinungsformen, die sich in Verlauf und betroffenen Körperstellen unterscheiden:
| Form | Merkmale |
|---|---|
| Psoriasis vulgaris | Häufigste Form, scharf begrenzte Plaques mit Schuppen, meist an Ellenbogen, Knien und Kopfhaut |
| Psoriasis guttata | Kleine, tropfenförmige Herde, tritt oft nach Infekten bei jüngeren Menschen auf |
| Psoriasis inversa | Betrifft Hautfalten wie Achseln oder Leisten, meist ohne starke Schuppung |
| Psoriasis pustulosa | Seltene Form mit nicht-infektiösen Eiterbläschen |
| Gelenkbeteiligung | Schwellungen und Schmerzen, betrifft bis zu 30 % der Betroffenen |
| Nagelbeteiligung | Tüpfelnägel, Verdickung oder Ablösung der Nagelplatte |
Wie verlaufen Schübe und die Erkrankung langfristig?
Der Verlauf ist individuell sehr unterschiedlich: Phasen mit starken Symptomen wechseln sich mit beschwerdearmen oder -freien Phasen ab. Ein Schub kann wenige Wochen bis mehrere Monate dauern, auslösende Faktoren wie Stress oder Infekte spielen dabei häufig eine Rolle. Mit konsequenter Behandlung und angepasster Lebensweise lassen sich Schubhäufigkeit und -intensität bei vielen Betroffenen über Jahre hinweg spürbar reduzieren, auch wenn die Veranlagung bestehen bleibt.
Weitere Informationen zu Ursachen, Diagnose und Verlauf findest du auch bei der unabhängigen Patienteninformation gesundheitsinformation.de, in der AWMF-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris sowie beim Robert Koch-Institut.
Wie wird die Hauterkrankung behandelt?
Ein Schub zeigt sichtbare Symptome: Die Haut rötet sich, bildet weiß-silbrige Schuppen, juckt, schmerzt, spannt. Da eine ursächliche Heilung bislang nicht möglich ist, zielt die Behandlung darauf ab, die Beschwerden zu lindern und die Zeit zwischen den Schüben zu verlängern. Je nach Schweregrad kommen unterschiedliche Therapien infrage:
- Äußerliche (topische) Therapie mit pflegenden und wirkstoffhaltigen Cremes, z. B. mit Harnstoff, Vitamin-D3-Abkömmlingen oder Kortison
- Lichttherapie (UV-B- oder PUVA-Behandlung), meist über mehrere Wochen in der Hautarztpraxis
- Systemische Therapie mit Tabletten oder Spritzen bei mittelschwerer bis schwerer Ausprägung
- Biologika, die gezielt in das überaktive Immunsystem eingreifen
- Begleitende Basispflege zur Stärkung der Hautbarriere
Welche Therapie geeignet ist, hängt vom individuellen Schweregrad, den betroffenen Körperstellen und eventuellen Begleiterkrankungen wie einer Gelenkbeteiligung ab. Eine fachärztliche Abklärung ist daher wichtig, ebenso wie regelmäßige Kontrolltermine zur Anpassung der Behandlung.
Wie äußert sich Schuppenflechte auf der Kopfhaut?
Die Hauterkrankung ist nicht ansteckend und entsteht durch eine beschleunigte Produktion von Hautzellen. Normalerweise erneuert sich unsere Haut in einem Zyklus von etwa 28 Tagen. Bei Kopfhaut-Psoriasis verkürzt sich dieser Zyklus deutlich, wodurch sich Schuppen, Rötungen und Juckreiz bilden, die oft bis in den Haaransatz oder hinter die Ohren reichen können. Bei vielen Betroffenen ist die Kopfhaut sogar die erste Körperstelle, an der sich die Erkrankung zeigt.
Die Abgrenzung zu einfachem Schuppenwuchs oder seborrhoischem Ekzem gelingt oft erst durch die hautärztliche Untersuchung, da sich die Beschwerden auf den ersten Blick ähneln können. Typisch für Kopfhaut-Psoriasis sind fest haftende, silbrig-weiße Schuppen auf geröteter Haut sowie teils deutlicher Juckreiz, während die Haare selbst meist nicht ausfallen. Eine schonende, rückfettende Pflege mit speziellen Shampoos oder Kopfhautölen kann begleitend zur ärztlichen Therapie die Beschwerden lindern.
Welche Rolle spielt die Ernährung bei Psoriasis?
Eine spezielle „Psoriasis-Diät“ gibt es nicht, dennoch kann die Ernährung den Krankheitsverlauf beeinflussen. Übergewicht gilt als Risikofaktor für einen schwereren Verlauf, daher kann eine ausgewogene, entzündungsarme Ernährung begleitend sinnvoll sein. Folgende Punkte werden häufig empfohlen:
- Reichlich Gemüse, Obst und Vollkornprodukte
- Omega-3-reiche Lebensmittel wie fetter Seefisch
- Zurückhaltung bei stark verarbeiteten Lebensmitteln und Zucker
- Maßvoller Alkoholkonsum, da Alkohol Schübe begünstigen kann
- Ausreichend Flüssigkeit zur Unterstützung der Hautfunktion
Nahrungsergänzungsmittel können bei einer unausgewogenen Ernährung zur allgemeinen Versorgung beitragen, sie ersetzen jedoch keine ärztliche Behandlung der Psoriasis.
Wann zum Arzt bei Psoriasis?
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn du erstmals schuppende, gerötete Hautstellen bemerkst oder bestehende Symptome sich verschlimmern. Besonders wichtig ist der Arztbesuch bei folgenden Warnzeichen:
- Starker, anhaltender Juckreiz oder Schmerzen
- Gelenkschwellungen, -schmerzen oder Morgensteifigkeit (mögliche Psoriasis-Arthritis)
- Großflächiger Hautbefall oder Ausbreitung auf das Gesicht
- Anzeichen einer Hautinfektion wie Eiter, Fieber oder starke Überwärmung
- Psychische Belastung durch die sichtbaren Hautveränderungen
Eine Hautärztin oder ein Hautarzt kann die Diagnose sichern und eine individuell passende Therapie einleiten. Weitere verlässliche Informationen bietet auch gesundheitsinformation.de.
Häufige Fragen zu Psoriasis
Kann man Psoriasis heilen?
Psoriasis gilt bislang als nicht heilbar, da die Veranlagung bestehen bleibt. Mit den heutigen Therapien lassen sich Symptome jedoch oft gut lindern und die beschwerdefreien Phasen zwischen den Schüben deutlich verlängern.
Ist Psoriasis ansteckend?
Nein, Schuppenflechte ist nicht ansteckend. Sie entsteht durch eine Fehlsteuerung des eigenen Immunsystems in Kombination mit genetischer Veranlagung, nicht durch Viren, Bakterien oder Kontakt mit Betroffenen.
Was hilft gegen Nagelpsoriasis?
Bei Nagelpsoriasis kommen je nach Ausprägung Kortison-haltige Lacke, Vitamin-D3-Präparate oder systemische Therapien zum Einsatz. Eine konsequente Nagelpflege und der Schutz vor Verletzungen unterstützen die Behandlung zusätzlich.
Wie erkennt man Psoriasis-Arthritis?
Typische Anzeichen sind Gelenkschwellungen, -schmerzen und Morgensteifigkeit, oft an Fingern, Zehen oder der Wirbelsäule. Psoriasis-Arthritis betrifft einen relevanten Teil der Psoriasis-Patienten und sollte frühzeitig rheumatologisch abgeklärt werden, um Gelenkschäden vorzubeugen.
Welche Hausmittel helfen bei Schuppenflechte?
Rückfettende Bäder mit Ölzusatz, Kokosöl oder Aloe vera können die Haut beruhigen und Juckreiz lindern. Hausmittel ersetzen keine ärztliche Therapie, können die Basispflege aber sinnvoll ergänzen.
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*Ärztlich diagnostizierte Psoriasis
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026
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