Narbenpflege
Narbenpflege: mit diesen Mitteln kannst du deine Narbe verblassen lassen
Narbenpflege umfasst Massagen, Cremes, Silikonprodukte und medizinische Behandlungen, die nach abgeschlossener Wundheilung das Narbengewebe geschmeidig halten und die Durchblutung anregen. So kann sich das Erscheinungsbild einer Narbe mit der Zeit verbessern.
Narben erzählen Geschichten. Es gibt kaum eine Person, dessen Körper keine kleine oder größere Narbe aufweist. Sie begleiten Menschen durch das gesamte Leben. Unfälle im Kindesalter, Akne in der Pubertät, eine Kaiserschnittnarbe bei der Geburt eines Kindes. Die Ursachen von Narben sind so vielfältig wie ihr Aussehen.
Oft sind sie unscheinbar und verblassen mit der Zeit, manchmal werden sie als störend empfunden und diversen Behandlungen unterzogen.
Wie die richtige Narbenpflege aussehen kann und was Narbenpflege bewirken kann, erfährst du in diesem Artikel. Die Informationen in diesem Artikel wurden pharmazeutisch geprüft und orientieren sich unter anderem an den Angaben von gesundheitsinformation.de, einem Angebot des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
Narbenbildung: So entstehen Narben
- Narben entstehen durch Verletzungen der Haut. Oberflächliche Verletzungen heilen spurlos ab, doch sobald die Haut bis in die Dermis verletzt wird, bilden sich Narben. Sie sind der „Notfallplan“, das Ersatzgewebe der Haut, das sich nach einer Wunde bildet. Das Gewebe enthält weniger elastische Fasern und hebt sich deshalb vom Hautbild ab.
- Bei dem Prozess handelt es sich um eine natürliche Reaktion des Körpers, der sich vor äußeren Einflüssen schützen will. Der Haut geht es um Funktionalität, nicht um Ästhetik.
- Bei der Verletzung muss es sich nicht um das Resultat eines Unfalles handeln. Auch nach Operationen wie zum Beispiel einer Brust OP oder anderen schönheitschirurgischen Eingriffen können Narben zurückbleiben, die von Betroffenen als unästhetisch empfunden werden. Mit einer gezielten Narbenpflege kann auch das Erscheinungsbild alter Narben verbessert werden.
Wie kann man Narbenbildung vorbeugen?
Eine gute Prävention beginnt bereits bei der Wundversorgung: Saubere, feuchte Wundverhältnisse, das Vermeiden von Spannung auf der Naht und der Verzicht auf das Abziehen von Schorf fördern eine unauffällige Abheilung. Hinweise zur richtigen Wundversorgung findest du auch bei gesundheitsinformation.de. Nach Abschluss der Wundheilung kann eine frühzeitige, konsequente Narbenpflege über mehrere Monate das Risiko einer überschießenden Narbenbildung wie Keloiden oder hypertrophen Narben verringern. Auch das Schützen der frischen Narbe vor Sonneneinstrahlung gehört zur Vorbeugung, da UV-Licht die Pigmentierung und Festigkeit des Gewebes negativ beeinflussen kann.
Die drei Phasen der Wundheilung
- Die Wundheilung lässt sich in drei Phasen unterteilen. In der ersten, der Entzündungsphase, befreit sich die Wunde von Bakterien oder Zellresten. Die Blutgefäße weiten sich und Wundsekret wird abgesondert. Die Wunde ist offen und feucht.
- In der zweiten Phase, die etwa einen Tag nach dem Entstehen der Wunde einsetzt, wird neues Gewebe gebildet, um die Verletzung zu schließen. Diese Phase bezeichnet man als Granulationsphase.
- Die Narbenreifung (Maturation) ist die letzte Phase der Wundheilung. Das Granulationsgewebe entwickelt sich zum Narbengewebe. Die Wunde wird trocken. Charakteristisch für die Narbe ist, dass sie weder Pigmente, noch Haarwurzeln oder Schweißdrüsen aufweist. Sie besteht aus weißem bis rotem Bindegewebe. Nach dieser Phase kann mit der Narbenpflege begonnen werden.
- Der Wundheilprozess kann durch Krankheiten wie Diabetes mellitus oder eine schlechte Nahtführung beim Verschließen der Wunde gestört werden. Auch die Wundpflege beeinflusst den Heilungsprozess einer Verletzung und somit die Ausprägung und Beschaffenheit der entstehenden Narbe.
Wie lange dauert die Narbenbildung?
Bis zur endgültigen Ausprägung einer Narbe kann es bis zu zwei Jahre dauern. Dieser Zeitraum ist ideal, um aus der Narbenpflege eine Routine zu machen, denn das Gewebe ist noch beeinflussbar. Das bedeutet jedoch nicht, dass Narbenpflege auf alte Narben keinen Einfluss mehr haben kann.
Wann zum Arzt? Warnzeichen bei Narben
In den meisten Fällen ist Narbenpflege eine rein kosmetische Maßnahme, die du selbst durchführen kannst. In bestimmten Situationen solltest du jedoch ärztlichen Rat einholen, bevor du mit der Narbenpflege beginnst oder sie fortsetzt:
- Die Narbe rötet sich stark, schwillt an, wird warm oder schmerzt zunehmend – mögliche Zeichen einer Entzündung.
- Aus der Narbe tritt Flüssigkeit oder Eiter aus.
- Die Wunde ist auch nach mehreren Wochen nicht vollständig verschlossen oder reißt immer wieder auf (instabile Narbe).
- Die Narbe wächst stetig weiter, wird deutlich dicker oder breitet sich über die ursprüngliche Wundgrenze hinaus aus (Hinweis auf ein Keloid).
- Es treten starker Juckreiz, Spannungsgefühle oder funktionelle Einschränkungen auf, zum Beispiel eine eingeschränkte Beweglichkeit in Gelenknähe.
- Du bist dir unsicher, ob eine Hautveränderung tatsächlich eine Narbe oder etwas anderes ist, etwa eine Hautveränderung mit Tumorverdacht.
In diesen Fällen solltest du eine Hausärztin, einen Hausarzt oder eine Fachpraxis für Dermatologie aufsuchen. Allgemeine, geprüfte Gesundheitsinformationen zu Wunden und Narben bietet auch gesundheitsinformation.de, ein Angebot des IQWiG. Weiterführende Informationen zu Wundversorgung und Infektionsrisiken findest du zudem beim Robert Koch-Institut. Fachliche Orientierung zur Behandlung problematischer Narben bieten außerdem die Leitlinien der AWMF.
Wann sollte man mit der Narbenpflege beginnen?
Mit der Narbenpflege solltest du erst beginnen, wenn die Wunde vollständig verschlossen ist und keine Kruste oder offene Stelle mehr vorhanden ist – meist etwa zwei bis drei Wochen nach der Verletzung. Je früher danach konsequent gepflegt wird, desto höher ist die Erfolgsquote, da das Narbengewebe in den ersten Monaten noch gut beeinflussbar ist.
Was beeinflusst die Narbenbildung?
Verschiedene Faktoren haben einen Einfluss auf die Dauer und das Ergebnis der Narbenreifung. Zum einen sind die richtige Narbenpflege und Wundhygiene wichtig, um ein möglichst glattes und unauffälliges Endergebnis zu erhalten.
Die Position der Verletzung spielt ebenfalls eine Rolle. Je nach Hautstelle wird die Narbe mehr oder weniger strapaziert. Eine ständige Forderung erschwert die Heilung. Narben, die an Gelenken sitzen, werden täglich beansprucht und können die Beweglichkeit einschränken.
Das Alter der Betroffenen bestimmt, wie gut eine Wunde verheilt. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel und die Durchblutung der Haut nimmt ab. Außerdem ist die Haut weniger elastisch.
Narbenarten: in diese Kategorien werden Narben unterteilt
Narben werden anhand ihrer oberflächlichen Beschaffenheit kategorisiert. In folgende Arten werden sie unterteilt:

Hypertrophe Narben
Hypertrophe Narben entstehen aufgrund von überschüssigem Bindegewebe. Dadurch wölbt sich die Narbe über Hautniveau und bildet kleine Knötchen. Typischerweise sind sie rötlich gefärbt. Diese Narben jucken häufig. Sie können sich innerhalb der ersten drei Jahre von alleine zurückbilden, sind aber auch durch Behandlungen gut therapierbar.
Atrophe Narben
Bei dieser Narbenform handelt es sich um das genaue Gegenteil der erhabenen Narbe. Wird zu wenig Narbengewebe gebildet, sinkt die Narbe ein. Diese Grübchen entstehen zum Beispiel nach starker Akne. Eine Selbstheilung ist selten. Eine auf die Wunde abgestimmte Narbenpflege kann den Selbstheilungsprozess anregen.
Instabile Narben
Wenn eine Wunde nicht vollständig abheilt, entsteht eine instabile Narbe. Starke Hautspannung oder beanspruchte Gelenke können zu einer Störung im Abheilungsprozess führen. Wenn der Wundheilprozess gestört wird, verschließt sich die Narbe nicht wie vorgesehen und es können sich wiederholt Einrisse bilden. Das erhöht das Risiko einer Entzündung. Bei dieser Form der Narbe ist oft ein chirurgischer Eingriff nötig, um sie zu verschließen. Erst bei einer vollständig abgeheilten Narbe kann mit der Narbenpflege begonnen werden.

Das Keloid: Überschießende Narbenbildung
Als Keloid bezeichnet man wulstiges Narbengewebe, das sich, anders als hypertrophe Narben, nicht von alleine zurückbilden kann. Es kann sich bis zu einem halben Zentimeter oder mehr von der umliegenden Haut abheben. Die gutartigen Hautwucherungen können Folge eines gestörten Heilungsprozesses sein.
Häufig findet sich das erhabene, oft verhärtete Gewebe an Brust, Schultern, Rücken oder Ohrläppchen. An Handflächen oder Fußsohlen entstehen Keloide nur selten.
Die psychische Belastung für Patienten und Patientinnen ist nicht zu unterschätzen. Da Keloide über Jahre wachsen können, werden sie von Betroffenen nicht nur als optischer Makel empfunden. Sie können funktionelle Einschränkungen nach sich ziehen und beispielsweise die Beweglichkeit beeinflussen. Spontane Schmerzen, Juckreiz oder Empfindlichkeit bei Berührungen sind möglich.
Studien zeigen Hinweise darauf, dass die Bildung von Keloiden auf genetischen Voraussetzungen beruht. Dieser Schluss lässt sich zum Beispiel aus Häufungen der Fälle innerhalb einer Familie ziehen.
Behandlung von Keloiden
Betroffene möchten Keloide aufgrund der ästhetischen Beeinträchtigung häufig entfernen lassen. Verschiedene Behandlungsmethoden haben sich als erfolgreich erwiesen und können eine Ebnung des Ersatzgewebes bewirken.
Kortisoninjektionen
Rote, hypertrophe Narben können in drei- bis vierwöchigen Abständen mit Kortison unterspritzt werden. Die Narbenwucherung wird gehemmt. Das führt dazu, dass die Narbe mit der Zeit schrumpft.
Strahlentherapie
Eine Bestrahlung von Keloiden ist nur effektiv, wenn sie innerhalb der ersten 24 Stunden nach einer Operation zur Entfernung des wuchernden Narbengewebes durchgeführt wird.
Lasertherapie
Der speziell konzipierte Farbstofflaser verödet Blutgefäße im Narbengewebe, die sich dadurch zurückbilden. Diese verleihen den Keloiden ihre als störend empfundene rote Farbe.
Kompressionstherapie
Lokaler Druck, der durch elastische Verbände auf das überschüssige Gewebe ausgeübt wird, verringert die Durchblutung. Die Behandlung dauert zwischen sechs Monaten und zwei Jahren.
Silikonbehandlung
Silikon wird in Form von Pads oder einem Gel auf die Keloiden aufgetragen. Um den Feuchtigkeitsgehalt der Haut zu verbessern, bleibt das Silikon zwischen 12 und 24 Stunden auf der betroffenen Stelle. Die Behandlung dauert drei bis sechs Monate.
Narben im Gesicht

Narben im Gesicht werden von Betroffenen häufig als besonders unangenehm empfunden. Für viele sind sie ein regelrechter Schönheitsmakel. Es kann sich um Akne- oder Windpockennarben handeln, aber auch Verletzungen durch Unfälle, Verbrennungen oder Hauttumore können zur Narbenbildung im Gesicht führen. Folgende Behandlungsmöglichkeiten können das Erscheinungsbild verbessern:
Ein medizinisches Peeling
Die Narbenbehandlung durch ein chemisches Peeling ist nichtinvasiv. Es ebnet die Haut. Bei regelmäßiger Anwendung kann bereits nach drei Wochen eine positive Veränderung von tiefliegenden Narben festgestellt werden. Je nach Intensität des Peelings kann es wöchentlich wiederholt, oder ein- bis zweimal jährlich durchgeführt werden. Zusätzlich kann eine Narbenpflege in Form von einer Creme oder einer Salbe angewendet werden, um den Prozess zu unterstützen.
Microneedling
Das Needling ist vor allem für eingesunkene Narben geeignet. Mit Hilfe eines Needlerollers oder -stempels wird die Oberhaut mikroskopisch klein punktiert. Dadurch wird der natürliche Heilungsprozess des Körpers angeregt. Für das gewünschte Ergebnis ist die Behandlung durch einen Profi ratsam. Beim Needling kommt es auf die Wahl der richtigen Nadelgröße an. In Kombination mit einer Narbenpflege können sichtbare Ergebnisse erzielt werden.
Laserherapie
Bei der Lasertherapie können zwei verschiedene Laser zum Einsatz kommen. Ein Kohlendioxid-Laser eignet sich für tiefe Narben, während ein Erbium-Laser für oberflächliche Narben verwendet wird. Das Narbengewebe wird stufenweise abgetragen. Die Kollagenproduktion der Haut wird angeregt.
Kryochirurgie
Diese Behandlungsform eignet sich für Keloide und hypertrophe Narben. In drei bis sechs Sitzungen wird die betroffene Stelle mit stickigem Stickstoff vereist. Die Narbe glättet sich. Die Behandlungsform eignet sich auch für Keloide. Für ein optimales Ergebnis sind mehrere Sitzungen notwendig.
Druckbehandlung
Die Druckbehandlung soll das Kollagen anregen. Das Narbengewebe soll mit Hilfe dieser Narbenpflege in funktionstüchtiges Gewebe umgewandelt werden. Mit speziellen Kompressionsverbänden wird stetiger Druck auf die Narbe ausgeübt. Sie müssen rund um die Uhr getragen werden.
Brandnarben
Die häufigsten Unfälle bei Kindern sind Verbrennungen und Verbrühungen. Kleinkinder sind von Natur aus neugierig und erkunden die Welt mit allen Sinnen. In über der Hälfte der Fälle sind Kontakt zu direktem Feuer oder heißen Gegenständen die Ursache für die Verletzung. Doch auch heiße Flüssigkeiten und Dampf können eine Gefahrenquelle sein. Ab einer Temperatur von 65 Grad wird es gefährlich.
Verbrennungen werden anhand ihrer Schwere in vier Grade unterteilt. Bis zu einem Grad von 2a können Verbrennungen ohne sichtbare Narbe abheilen. Ab einem Grad von 2b kann von einer Narbenbildung ausgegangen werden. Die Heilungsdauer ist abhängig von der Schwere der Verbrennung.
Eine Narbenbehandlung sollte frühestmöglich begonnen werden. Sobald die neue Hautschicht über der Wunde vollständig geschlossen ist, kann damit begonnen werden, die Haut durch Narbenpflege elastisch zu halten. Da Brandnarben häufig sensibler sind als andere Narben und Berührungen deshalb problematisch sind, können auch pflegende Sprays verwendet werden, die die Haut mit Feuchtigkeit versorgen.
Die Narbe sollte mindestens drei Monate lang täglich behandelt werden.
Narbenpflege nach der Schwangerschaft
Nach einem Kaiserschnitt oder einem Dammriss braucht die Haut besondere Aufmerksamkeit. Die Kaiserschnittnarbe sollte frühestens nach Abschluss der Wundheilung, meist etwa 6 bis 8 Wochen nach der Geburt, mit Narbenpflege wie Cremes, Gelen oder einer sanften Narbenmassage behandelt werden – idealerweise in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt.
Da die Bauchhaut nach der Schwangerschaft oft noch gespannt ist, empfiehlt sich eine schonende, regelmäßige Anwendung über mehrere Monate hinweg. Auch Dehnungsstreifen, die während der Schwangerschaft entstanden sind, können von einer feuchtigkeitsspendenden Pflege profitieren, auch wenn sich diese nicht vollständig zurückbilden lassen.
Narbenschmerzen: deshalb entstehen sie
Bis heute gibt es keine eindeutige Erklärung für Narbenschmerzen, die teils noch Jahre nach der Verletzung auftreten. Beschrieben werden die Schmerzen von Betroffenen als Pochen und Ziehen, auch ein plötzliches Stechen ist möglich.
Eine Theorie besagt, dass es zu kleinen Kurzschlüssen an Nervenfasern kommt, die sich an der Narbe befinden. Ein weiterer Grund könnte das zusammengezogene Bindegewebe sein, mit dem die Narbe gefüllt worden ist.
Eine Entzündung der Narbe oder ein Fremdkörper, der sich im Ersatzgewebe befindet, können ebenfalls zu Schmerzen führen.
Von Creme zu Unterspritzung: die richtige Narbenpflege
Mit der richtigen Narbenpflege und etwas Geduld kann das Gewebe gelockert und der körpereigene Heilungsprozess angeregt werden. Optimalerweise beginnt die Pflege ab dem Moment der vollständigen Heilung der Wunde. Je eher Mittel zur Narbenheilung eingesetzt werden, desto höher ist die Erfolgsquote. Um eine schöne Narbe zu erhalten, ist es wichtig, den Heilungsprozess nicht zu unterbrechen und die Haut in Ruhe ihre Arbeit machen zu lassen. Das Entfernen von Schorf oder die Manipulation von Nahtmaterial wirkt sich kontraproduktiv auf die Heilung aus.
Dank einem großen Angebot an Narbenpflegeprodukten kann nahezu jede Narbe in ihrem Erscheinungsbild verbessert werden. Wie aufwendig die Narbenpflege ist, hängt vom Schweregrad der vernarbten Haut ab.
Medizinische Narbenpflege
Wie in vorangegangenen Abschnitten bereits erwähnt, gibt es eine Vielzahl verschiedener Behandlungsmethoden, um Narbengewebe zu reduzieren und zu glätten. Die medizinische Narbenpflege bietet eine große Auswahl an Anwendungen und Produkten.
Rotlichttherapie
Eine Behandlung mit Infrarotlicht unterstützt die Wiederherstellung des Gewebes. Diese Form der Narbenpflege ist beispielsweise bei einer Kaiserschnittnarbe denkbar.
verschreibungspflichte Salben und Cremes
Einige Inhaltsstoffe, die zur Narbenbehandlung eingesetzt werden, sind in Deutschland verschreibungspflichtig. Manche Krankenkassen erstatten die Kosten für medizinisch notwendige Produkte.
Dermabrasion
Die obere Hautschicht wird mit einer Stahlbürste oder einem rotierenden Diamantschleifer abgeschliffen. So lassen sich Narben optisch korrigieren. Bei der sanfteren Form, der Microdermabrasion, wird die Oberschicht der Haut weniger tief abgetragen. Es handelt sich dabei um ein mechanisches Peeling, das auch von Kosmetiker:innen durchgeführt werden kann.
Spray
Sprays eigenen sich als Narbenpflege für empfindliche Narben. Sie können ohne direkte Berührung aufgetragen werden und sind deshalb bei der Behandlung von Brandnarben sehr beliebt.
Unterspritzung mit Hyaluronsäure
Hyaluronsäure hebt atrophe Narben an. Dadurch wird ein unebenes Hautbild ausgeglichen. Die Haut wird aufgelockert und kann mehr Feuchtigkeit speichern.
Gel
Gele stimulieren die hauteigenen Aufbaukräfte. Rötungen und Verdickungen können reduziert werden. Je frischer die Narbe ist, desto höher sind die Erfolgschancen dieser Behandlung.
Narbenreduktionspflaster
Die speziellen Pflaster eignen sich für hypertrophe Narben. Sie werden heller und passen sich dem umgebenden Hautniveau an. Der Zellregenerationsprozess des Narbengewebes wird angeregt. Die ersten Ergebnisse der Behandlung zeigen sich bereits nach drei Wochen.
Natürliche Narbenpflege: diese Hausmittel helfen gegen Narben
In der Natur finden sich viele wirksame Stoffe, die zur Narbenpflege eingesetzt werden können. Feuchtigkeitsspendende Naturerzeugnisse wie Honig oder Aloe Vera machen das Narbengewebe geschmeidig. Die Durchfeuchtung der Haut regt die Heilung an.
Öle haben sich in der Narbenbehandlung bewährt. Olivenöl als Narbenpflege wirkt entzündungshemmend und macht verhärtete Haut weich.
Ein überraschendes Hausmittel: Tomaten. Das Fruchtgemüse soll die Kollagenbildung der Haut anregen. Ein regelmäßiges Auflegen von Tomatenscheiben kann die Oberfläche der Narbe glätten.
Dunkles Narbengewebe kann mit Zitronensaft betupft werden, um einen aufhellenden Effekt zu erzielen. Auf empfindliche, helle und zarte Narben sollte der säurehaltige Saft jedoch nicht gegeben werden.
Die Zwiebel gilt nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Heilpflanze. Ihr Saft soll die Elastizität der Haut verbessern, Juckreiz lindern und Spannungsgefühlen um die Narbe entgegenwirken.
Narben pflegen: an Sonnenschutz denken!
Narbengewebe ist empfindlich, da es sehr gering pigmentiert ist. Die UV-Strahlen haben es leichter, in die Haut einzudringen und Schäden zu verursachen. Selbst bei der Verwendung von Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor sollte darauf geachtet werden, dass die Narbe nicht zu lange direktem Sonnenlicht ausgesetzt wird. Neben dem erhöhten Hautkrebsrisiko können sich Narben durch übermäßige Sonneneinstrahlung verfärben.
Für die innere und äußere Heilung: Narbenmassage
Eine Narbenmassage kann einen positiven Effekt auf das Narbengewebe und den Heilungsprozess haben. Bei der angewandten Technik handelt es sich um eine medizinisch fundierte Praktik, die von einem Physiotherapeuten oder einer Physiotherapeutin durchgeführt wird.
Durch die Stimulation des Narbengewebes wird die Durchblutung angeregt und die Hautelastizität kann verbessert werden. Betroffene berichten außerdem über ein Nachlassen von Schmerzen und Juckreiz.
Die Massage kann das Hautbild verbessern und sie ebenmäßiger machen.
Kinesiologisches Taping für die Narbenheilung
Kinesiologie ist ein Verfahren der Naturheilkunde. Elastische Pflaster aus Stoff werden auf der gereinigten und eventuell rasierten Haut platziert. Die Technik kann zur Behandlung von Narben verwendet werden, sobald die Narbe geheilt ist und keine Berührungsempfindlichkeit mehr ausweist.
Dank spezieller Taping Techniken kann die Zugbelastung auf die Wunde verringert werden. Die Heilung wird unterstützt. Wie die Pflaster platziert werden, hängt von der Beschaffenheit der Narbe ab.
Kinesiologie kann ergänzend zu anderen Maßnahmen wie Massagen angewendet werden, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
Narbenkorrektur durch OP: durch kleine Eingriffe zum Erfolg
Für Betroffene, die unter großen, exponierten Narben leiden, bedeutet die Hautveränderung Schamgefühl und sogar Einschnitte in die Lebensqualität und ihre persönliche Vorstellung von Schönheit.
Eine Möglichkeit, um die Narbe der umliegenden Haut anzupassen, ist die plastische Chirurgie. Zwar ist es nicht möglich, Narben völlig verschwinden zu lassen, doch durch eine Operation unter örtlicher Betäubung, Dämmerschlaf oder Vollnarkose können hypertrophe Narben oberflächlich geglättet werden. Das erneute Vernähen einer frischen Narbe führt zu einem ästhetischeren Zusammenwachsen.
Atrophe Narben werden mit einer Eigenfett-Unterspritzung angehoben. Die enthaltenen Stammzellen können das Narbengewebe stimulieren und den Selbstheilungsprozess fördern.
So wirken sich Narben auf den Alltag aus
Wie gesagt: in erster Linie sind Narben ein kosmetisches Problem. Je nach Intensität kann das für Betroffene einen erheblichen Einschnitt in ihren Alltag bedeuten. Die Lebensqualität leidet unter der vermeintlichen Entstellung.

Narben gelten häufig als Schönheitsmakel. Im Rahmen einer Studie hat sich gezeigt, dass Menschen mit Keloiden oder hypertrophen Narben am meisten unter ihrer verschlossenen Hautwunde leiden. Besonders im Sommer, wenn die Narben an gut sichtbaren Stellen nicht mehr durch Kleidung verdeckt werden, empfinden Menschen Scham. Betroffen meiden Orte wie Schwimmbäder und versuchen, ihre Narben mit Klamotten oder Make-Up zu überdecken.
Narben können mit traumatischen Lebensereignissen verknüpft sein. Immer wieder mit dem Anblick konfrontiert zu sein, wird von Betroffenen als sehr belastend wahrgenommen.
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026
Häufige Fragen zur Narbenpflege
Was ist am besten für Narbenpflege?
Am besten eignen sich Produkte, die die Haut feucht halten und das Narbengewebe geschmeidig machen, etwa Silikongele, Silikonpflaster oder spezielle Narbencremes. Welches Mittel am besten passt, hängt von der Narbenart ab: Bei frischen, roten Narben helfen oft Silikonprodukte, bei eingesunkenen Narben eher Microneedling oder Peelings in Kombination mit pflegenden Cremes.
Soll man eine Narbe eincremen?
Ja, regelmäßiges Eincremen hält das Narbengewebe elastisch und unterstützt die Haut beim Verblassen der Narbe. Wichtig ist, erst mit dem Eincremen zu beginnen, wenn die Wunde vollständig geschlossen ist, und die Narbe anschließend über mehrere Monate hinweg täglich zu pflegen.
Wann fängt man mit der Narbenpflege an?
Die Narbenpflege kann beginnen, sobald die Wunde vollständig verschlossen ist und keine Kruste mehr vorhanden ist, meist nach etwa zwei bis drei Wochen. Je früher danach konsequent gepflegt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten, da das Gewebe in den ersten Monaten noch gut formbar ist.
Wie lange dauert es, bis eine Narbe verblasst?
Die endgültige Ausprägung einer Narbe kann bis zu zwei Jahre dauern. In dieser Zeit verändert sich das Gewebe fortlaufend, weshalb konsequente Narbenpflege über diesen Zeitraum hinweg sinnvoll ist, auch wenn erste Verbesserungen oft schon nach einigen Wochen sichtbar werden.
Kann man alte Narben noch behandeln?
Ja, auch Jahre alte Narben lassen sich im Erscheinungsbild noch verbessern, etwa durch Lasertherapie, Microneedling, Unterspritzungen oder medizinische Peelings. Eine vollständige Entfernung ist dabei zwar nicht möglich, eine deutliche Glättung und Angleichung an die umliegende Haut jedoch schon.


