Warzen bei Kindern

Plötzlich ist ein kleiner Knubbel auf der zarten Kinderhaut zu sehen. Ein Pickel? Ein Mückenstich? Nein, eine Warze! Vor allem die Hände und Füße von Kindern sind zur Warzenbildung prädestiniert. Laut Experten weisen 5 bis 10 Prozent aller 4- bis 6-jährigen Warzen auf, bei Schulkindern sind es 20 bis 30 Prozent. Rund zwei Drittel der Warzen bei Kindern sitzen an den Händen, was unschön und unangenehm für sie sein kann. Zum Glück sind gewöhnliche Warzen harmlos für die Gesundheit der Kleinen, denn es sind gutartige Neubildungen der Haut, die durch Viren ausgelöst werden. Doch wie erkennt man Warzen bei Kindern, welche verschiedenen Arten gibt es und wie lassen sie sich effektiv behandeln? Das erfährst du hier!


Wie erkenne ich eine Warze bei Kindern?

  • Liest du deinem Kind eine Hexen-Geschichte vor, prunkt meist eine dicke Warze auf der großen Nase der Hexe. Keine Angst, zum Glück werden nicht alle Märchen wahr und du entdeckst plötzlich ein Ungetüm auf dem kleinen Näschen deines Kindes.
  • In Wahrheit – und fern ab des Märchens – kommen Warzen bei Kindern vermehrt auf den Hand- und Fußflächen vor und werden nach Ansteckung innerhalb von 2 bis 6 Monaten auf der Haut vom Kind sichtbar. Dann wird die Hornhaut größer und die Hautveränderung erscheint wie eine kleine Erbse an Händen, Finger oder Fuß. Warzen haben eine Größe von durchschnittlich zwischen 1-10 mm und weisen in der Regel harte Kanten mit weichen Kernen auf.
  • Generell gilt, je schneller eine Warze entdeckt und behandelt wird, desto besser stehen die Chancen, dass sie zügig wieder verschwindet. Deswegen lohnt es sich einmal öfter als Eltern die Haut der Kinder nach plötzlich auftretenden Hautwucherungen zu untersuchen.

Welche Art von Warzen hat mein Kind?

Wenn sich die Warzenviren auf der zarten Haut angesiedelt haben, fangen sie an sich zu vermehren. Es entsteht eine dickere Hornhaut – und unterschiedliche Warzentypen. Folgende Warzenarten kommen bei Kindern am häufigsten vor:

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Wie werden diese Warzen auf Kinder übertragen?

Warzen werden von Viren durch eine Schmierinfektion übertragen, ähnlich wie beim Herpes. Allermeist ist das humane Papilloma-Virus (HPV) dafür verantwortlich – außer bei Dellwarzen, hier handelt es sich um eine bestimmte Gruppe von Pockenviren.

Die Krankheitserreger können durch klitzekleine Hautverletzungen in die oberste Hautschicht eindringen – und sich dann, teilweise erst Monate später, als Warze zeigen.

Wie bei anderen Viren gilt auch bei dieser Variante: Nicht jedes Kind, welches in Kontakt mit den Krankheitserregern kommt, wird ein paar Monate später von einer Warze heimgesucht. Grund hierfür ist u.a. das Immunsystem. Die Abwehr ist bei Kindern noch nicht voll ausgereift, so dass sie anfälliger für Warzen sind als Erwachsene. Einzige Ausnahme sind werdende Mütter, denn auch hier ist das Immunsystem während der Schwangerschaft bis zur Geburt gedrosselt und sie sind anfälliger für Warzen.

Mögliche Übertragungswege

Insgesamt lässt sich feststellen, dass das Virus sowohl direkt als auch indirekt übertragen werden kann:

Direkter Hautkontakt

Das betroffene Kind kann eine Warze von einer Hautstelle auf eine weitere bei sich selbst übertragen, zum Beispiel von der Fußsohle auf die Hand oder vom Finger aufs Gesicht. Aber auch die Übertragung auf ein anderes Kind ist spielend durch Händchenhalten und unvorsichtigen Körperkontakt mit Fingern möglich.

Infizierte Gegenstände

Ob ein Handtuch oder ein Kuscheltier – auch über infizierte Gegenstände können Warzen auf andere Körperstellen oder von einem Kind auf ein anderes übertragen werden. Besonders erwähnenswert ist das Schwimmbad, da zum einen die zarte Haut vom Kind aufgeweicht ist und zum anderen sich die Viren auf feuchtwarmen Böden besonders wohlfühlen. Daher sollten Eltern den Kindern zur Vorbeugung lieber immer Badeschlappen in Schwimmbädern anziehen.


Wie werden Warzen bei Kindern behandelt?

Warzen sehen nicht nur unschön aus, sie können sich auch vermehren oder zu Beschwerden in jedem Alter führen. Deswegen sollten sich Eltern dem Thema "Warzen bei Kindern entfernen" widmen.

Das Positive: Oft genügt es einfach ein paar Monate abzuwarten bis das Immunsystem vom Kind gegen die Warze selbst angeht und sie von alleine wieder verschwindet.

Wer hier aber keine Geduld hat oder wenn Kinder regelmäßig an den infektiösen Warzen kratzen, sollten Eltern besser aktiv werden. Hier lohnt sich ein Gang zur Apotheke, denn Hausmittel, wie Schneckenschleim, Zitronensaft oder Apfelessig sind nicht als effektive Therapie zu empfehlen.

In der Apotheke gibt es eine Vielzahl an Vereisungssprays, Tinkturen, bestimmte Anti-Warzen-Lacke und Spezialpflaster. Welches Mittel passend ist, hängt von der Art der Warze und vom Kindesalter ab.

Mittel mit Salicylsäure

Schmerzfrei und schon für kleine Kinder geeignet sind Präparate mit Salicylsäure, die die Hornschicht der Warze am Körper auflösen. Hier bieten sich zum Beispiel Tinkturen an, da sie schonend wirken.

Großer Nachteil: Man braucht Geduld. Manchmal dauert es Monate bis die Warze komplett abfällt.

Wichtig bei der Anwendung: Die Warzen müssen mehrmals täglich über einen längeren Zeitraum mit dem Anti-Warzen-Mittel eingepinselt werden. Achte darauf, dass die Lösung nicht auf die gesunde Haut kommt, da die Haut sonst geschädigt wird.

Alternativ kannst du auch salicylsäurehaltige Pflaster kaufen, die auf die betroffene Stelle geklebt werden.


Vereisungssprays

Sprays als Therapie sind meist erst für Kinder ab vier Jahren geeignet. Mit dem Spray wird die Wucherung am Körper 20 bis 40 Sekunden lang mit flüssigem Stickstoff auf etwa -50 °C vereist. Das kann ein stechendes Gefühl hervorrufen. Durch die Kälte wird das Warzengewebe inklusive der Viren zerstört. Nach der Behandlung wird die ­Warze mit ­­einem Pflaster abgedeckt.

Super für Ungeduldige: Die Warze fällt meist nach 10 bis 14 Tagen ab. Zur kompletten Entfernung müssen Eltern manchmal auch noch mal ein zweites Mal das Spray auf die Haut sprühen.

Kürettage-Abschabung

Für eine Hautarzt Praxis gehört die Kürettage zum Alltag: Zuerst wird die Warze mit Salicylsäure vorbehandelt, um die dünne Hornschicht aufzuweichen. Danach wird das Warzengewebe mit einem scharfen Löffel (Kürettage) herausgeschabt.

Laserbehandlung

Bei extremen Wucherungen, Schmerzen beim Laufen oder wenn man mit der klassischen Warzentherapie keine Erfolge erzielt hat, stehen bei Hautärzten spezielle Laser zur Behandlung zur Verfügung. Hierfür sollten die Kinder aber schon älter sein und während der Behandlung stillhalten können.

Warum treten Warzen bei Kindern häufiger auf als bei Erwachsenen?

Wahrscheinlich spielen hier mehrere Faktoren eine Rolle. Zum einen ist das Immunsystem vom Kind noch nicht voll ausgereift, so dass der Körper die verantwortliche Virenlast schwer abwehren kann.

Zum anderen ist die Kinderhaut zart und damit verletzlicher. Viren haben über kleine Risse beste Chancen in die Hautschichten einzudringen.

Weitere Ursachen: Kinder haben mit Gleichaltrigen viel Körperkontakt. Auf Hygiene wird hier seltener geachtet, so dass eine frisch aufgekratzte, warzeninfizierte Hand schnell mit anderen Kindern in Berührung kommen kann. Auch der regelmäßige Aufenthalt in Turnhallen und Schwimmbädern können Gründe dafür sein, dass Viren leichtes Spiel haben. Denn welches 3-jährige Kind denkt schon an Warzen, wenn es barfuß über den Turnhallenboden oder von einem zum anderen Schwimmbecken läuft.

Tschüss, Warze! Wichtiges zur Prophylaxe

Ganz vermeiden kann man Warzen bei Kindern nicht. Dennoch lässt sich die Hauterkrankung mit diesen Tipps vorbeugen:

  • Pflege die Haut – vor allem trockene Stellen – deines Kindes gut, damit sie ihre Barriere-Funktion erfüllen kann und die Warzen-Erreger keine neue Eintrittspforte finden.
  • In Sporthallen sowie Umkleidekabinen sollte der Nachwuchs Schuhe oder mindestens Socken anziehen.
  • Im Schwimmbad immer Badelatschen tragen und an jeglichen Warzen-Hot-Spots Barfußgehen vermeiden.
  • Nach dem Baden und Duschen Füße gut abtrocknen.
  • Handtücher heiß waschen und nicht gemeinsam benutzen.
  • Kinder mit einer Warze nicht mit Geschwistern zusammen baden lassen.
  • Zur Virenverteilung darauf achten, dass das Kind die Warze nicht aufkratzt.

Vorbeugende Maßnahmen sind das A und O, damit Warzen bei Kindern nicht so schnell wieder kommen. Denn werden nicht alle infizierten Hautschüppchen restlos geschädigt oder entfernt, wachsen die Warzen bei Kindern ruck-zuck wieder nach, so dass die Behandlung von vorne beginnen muss.

Daher ist es bei allen Behandlungsmethoden ratsam, konsequent dran zu bleiben. Eltern dürfen sich nicht entmutigen lassen, denn Geduld sowie positives Denken übertragen sich auch aufs Kind und damit auf einen schnellen Therapieerfolg bei der Warzenbehandlung.