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20. August 2026Schuppenflechte ist nicht heilbar, lässt sich aber mit Basispflege, Lokaltherapie und ärztlicher Behandlung wirksam lindern.

Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Hautkrankheit. In Deutschland sind schätzungsweise 2 bis 3 Prozent der Menschen betroffen – rund 2 Millionen. Dabei erneuern sich Hautzellen viel schneller als üblich: statt in rund vier Wochen bereits in 3 bis 7 Tagen. Die Folge sind rote, scharf begrenzte Flecken mit silbrig-weißen Schuppen, meist an Ellenbogen, Knien, Kopfhaut oder im unteren Rücken.
Am häufigsten – bei 80 bis 90 Prozent der Betroffenen – tritt die Plaque-Psoriasis auf. Die Erkrankung beginnt oft in zwei Altersphasen: zwischen dem 15. und 25. sowie zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.
Dieser Ratgeber orientiert sich an der S3-Leitlinie Psoriasis vulgaris (Stand 2026) der AWMF und wird von unserem pharmazeutischen Fachpersonal inhaltlich geprüft.
Was ist Schuppenflechte genau?
Schuppenflechte ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem gesunde Hautzellen angreift und Entzündungen auslöst. Sie ist damit mehr als eine reine Hautkrankheit. Auch Gelenke können betroffen sein: Bei 20 bis 30 Prozent der Betroffenen entwickelt sich mit der Zeit eine Psoriasis-Arthritis. Die Erkrankung verläuft in Schüben, zwischen denen sich die Haut zeitweise beruhigt.
Was ist der Auslöser für Schuppenflechte?
Schuppenflechte entsteht durch das Zusammenspiel von genetischer Veranlagung und äußeren Auslösern. Liegt die Veranlagung vor, können folgende Faktoren einen Schub anstoßen oder verstärken:
- Stress und psychische Belastung
- Infekte, etwa Streptokokken-Infektionen
- Hautverletzungen, Reibung oder Sonnenbrand (Köbner-Phänomen)
- Alkohol und Nikotin
- bestimmte Medikamente, zum Beispiel Betablocker oder Lithium
- hormonelle Veränderungen und Übergewicht
Ein fehlgeleitetes Immunsystem sendet dabei Entzündungssignale aus, die das Zellwachstum der Haut beschleunigen und die typischen Plaques entstehen lassen.
Wie läuft die Diagnose ab?
Die Diagnose stellt eine Hautärztin oder ein Hautarzt meist allein anhand des typischen Hautbildes – ohne aufwendige Zusatzuntersuchungen. Zur Einschätzung des Schweregrads dient häufig der PASI-Score (Psoriasis Area and Severity Index), der Ausdehnung und Intensität der Symptome auf einer Skala von 0 bis 72 bewertet. Bei unklaren Fällen grenzt eine Hautbiopsie Schuppenflechte von anderen Erkrankungen wie Neurodermitis ab.
Wie bekommt man Schuppenflechte schnell weg?
Schuppenflechte verschwindet nicht über Nacht, gezielte Maßnahmen lindern akute Beschwerden aber innerhalb weniger Tage:
- Rückfettende Cremes mit Harnstoff oder Salicylsäure lösen Schuppen und machen die Haut geschmeidiger.
- Kortisonhaltige Präparate werden bei stärkeren Schüben meist für 2 bis 4 Wochen ärztlich verordnet.
Wichtig: Schuppen nicht abrupt selbst entfernen, da dies Reizungen und neue Schübe begünstigt.
Welche Behandlungsmethoden gibt es?
Die Therapie richtet sich nach Schweregrad und betroffener Körperstelle und gliedert sich in vier Stufen:
| Therapiestufe | Beispiele | Eingesetzt bei |
|---|---|---|
| Basispflege | Feuchtigkeitscremes, Harnstoff, Salicylsäure | täglich, unabhängig vom Schweregrad |
| Lokaltherapie | Kortison, Vitamin-D3-Analoga, Teerpräparate | leichte bis mittelschwere Verläufe |
| Lichttherapie | UVB-Bestrahlung, PUVA, meist 15 bis 30 Sitzungen über 6 bis 8 Wochen | mittelschwere Verläufe, großflächiger Befall |
| Systemtherapie | Methotrexat, Biologika, Fumarsäureester | schwere, therapieresistente Verläufe |
Ein Cochrane-Review aus 2020 zu Biologika bei Psoriasis zeigt, dass bei 70 bis 80 Prozent der behandelten Personen eine deutliche Verbesserung der Hautsymptome erreichbar ist. Welche Kombination im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet die Hautärztin oder der Hautarzt individuell. Ausführliche Informationen finden Sie im Ratgeber Schuppenflechte Behandlung.
Was hilft sofort gegen Schuppenflechte?
Bei akuten Beschwerden helfen vor allem rückfettende, entzündungshemmende Pflegeprodukte. Eine regelmäßige Anwendung – idealerweise zwei- bis dreimal täglich – kann Juckreiz und Spannungsgefühl innerhalb weniger Tage lindern. Auch lauwarme Bäder mit rückfettenden Zusätzen und der Verzicht auf Kratzen beruhigen die Haut schneller. Für die tägliche Pflege eignet sich beispielsweise die N1 Psoriasis Intensivcreme, die trockene, schuppige Haut intensiv rückfettet und die Hautbarriere unterstützt.
Was empfehlen Hautärzte, um Schuppenflechte zu behandeln?
Hautärztinnen und Hautärzte empfehlen eine konsequente Basispflege in Kombination mit einer auf den Schweregrad abgestimmten Therapie. Die S3-Leitlinie der AWMF (Stand 2026) rät zudem zu regelmäßigen Kontrollterminen, da sich der Verlauf mit der Zeit verändern kann. Auch Begleiterkrankungen wie Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte oder Gelenkbeschwerden gehören ins Therapiekonzept, da Schuppenflechte laut Fachgesellschaften mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergehen kann.

Wie wirkt sich Schuppenflechte auf die Lebensqualität aus?
Schuppenflechte kann die Psyche stark belasten. Sichtbare Flecken im Gesicht, an den Händen oder auf der Kopfhaut führen bei vielen Betroffenen zu Scham- und Rückzugsgefühlen. Studien mit dem Dermatology Life Quality Index (DLQI) zeigen, dass die Lebensqualität bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis ähnlich eingeschränkt sein kann wie bei anderen chronischen Erkrankungen, etwa Diabetes. Depressionen und soziale Ängste treten häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung. Ein offener Umgang, der Austausch in Selbsthilfegruppen sowie bei Bedarf psychologische Unterstützung helfen, besser mit der Diagnose zu leben. Der Deutsche Psoriasis Bund e.V. bietet hierzu Beratung.
Welche neuen Entwicklungen gibt es?
Die medikamentöse Behandlung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Moderne Biologika, die gezielt Botenstoffe wie Interleukin-17 oder Interleukin-23 hemmen, ermöglichen bei vielen Betroffenen mit schweren Verläufen eine nahezu erscheinungsfreie Haut. Ein Cochrane-Review aus 2020 verglich verschiedene Biologika-Klassen und bestätigte hohe Ansprechraten bei insgesamt gutem Sicherheitsprofil. Auch individualisierte Therapieansätze auf Basis genetischer Marker gewinnen an Bedeutung. Wichtig bleibt: Jede systemische Therapie erfordert eine engmaschige ärztliche Begleitung.
Was darf man bei Schuppenflechte nicht machen und trinken?
Bestimmte Gewohnheiten begünstigen Schübe und sollten vermieden werden:
- Haut nicht mechanisch von Schuppen befreien (kein Kratzen, Abrubbeln)
- keine stark alkalischen Seifen oder Duschgels mit Duftstoffen
- Alkohol nur in Maßen, da er Entzündungen fördern kann
- Nikotin möglichst vermeiden
- extreme Sonnenbäder ohne Schutz meiden (Sonnenbrand kann Schübe auslösen)
- Stress reduzieren, etwa durch Entspannungstechniken oder Bewegung
Eine pauschale Antwort, was man bei Schuppenflechte nicht trinken sollte, gibt es nicht. Beobachtungsstudien deuten aber darauf hin, dass regelmäßiger, hoher Alkoholkonsum bei vielen Betroffenen Schübe verstärkt. Ein zurückhaltender Umgang ist daher ratsam.
Welche Rolle spielt die Ernährung?
Eine spezielle Psoriasis-Diät gibt es nicht, doch bestimmte Ernährungsgewohnheiten können den Verlauf günstig beeinflussen. Eine mediterrane Ernährungsweise mit viel Gemüse, Fisch und ungesättigten Fettsäuren wird häufig mit milderen Verläufen in Verbindung gebracht. Omega-3-reiche Lebensmittel wie Lachs oder Leinöl können entzündungshemmend wirken. Auch eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht wirkt sich positiv aus, da Fettgewebe selbst entzündungsfördernde Botenstoffe freisetzt.
Schuppenflechte an bestimmten Körperstellen behandeln
Je nach Region unterscheidet sich die passende Pflege deutlich. Empfindliche Bereiche wie das Gesicht benötigen meist mildere Wirkstoffe als robustere Hautpartien wie Ellenbogen oder Knie. Weiterführende Informationen finden Sie in unseren Ratgebern zur Schuppenflechte auf der Kopfhaut, zur Schuppenflechte an den Händen, zur Schuppenflechte an den Füßen sowie zur Schuppenflechte im Gesicht.
Welche Pflegeprodukte unterstützen die Behandlung?
Eine geeignete, rückfettende Hautpflege ersetzt keine ärztliche Therapie, unterstützt sie aber wirksam dabei, Schuppenflechte zu behandeln. Wichtige Inhaltsstoffe sind Harnstoff in Konzentrationen von 5 bis 10 Prozent, Glycerin oder pflegende Öle, die die Hautbarriere stärken und den Feuchtigkeitsgehalt unterstützen. Mehr zur richtigen Auswahl lesen Sie im Ratgeber Schuppenflechte Creme: Die richtige Hautpflege für trockene Haut.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn erstmals schuppende, gerötete Hautstellen auftreten, sich Symptome trotz Pflege verschlechtern oder Gelenkschmerzen hinzukommen. Auch bei großflächigem Befall, starkem Juckreiz, Fieber oder Anzeichen einer Hautinfektion sollten Betroffene zeitnah ärztlichen Rat einholen. Eine frühzeitige, fachgerechte Behandlung beeinflusst den Verlauf günstig und senkt das Risiko für Begleiterkrankungen.
Weitere fundierte Informationen bieten das Portal gesund.bund.de, die AWMF S3-Leitlinie Psoriasis vulgaris sowie der Deutsche Psoriasis Bund e.V.
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Häufige Fragen
Wie bekommt man Schuppenflechte schnell weg?
Ganz schnell verschwindet Schuppenflechte nicht, aber rückfettende Cremes und bei Bedarf kortisonhaltige Präparate lindern akute Schübe innerhalb weniger Tage.
Was darf man bei Schuppenflechte nicht machen?
Man sollte Schuppen nicht mechanisch entfernen, reizende Seifen meiden und Stress sowie starken Alkohol- und Nikotinkonsum reduzieren.
Was ist der Auslöser für Schuppenflechte?
Eine genetische Veranlagung trifft auf Auslöser wie Stress, Infekte, Hautverletzungen oder bestimmte Medikamente, die einen Schub anstoßen können.
Was ist das beste Mittel, um Schuppenflechte zu behandeln?
Es gibt kein einzelnes bestes Mittel. Die Wahl reicht von Basispflege über Kortison und Vitamin-D3-Präparate bis zu Lichttherapie oder Biologika, je nach Schweregrad.
Was empfehlen Hautärzte bei Schuppenflechte?
Hautärzte empfehlen konsequente Basispflege, eine individuell abgestimmte Stufentherapie sowie regelmäßige Kontrolltermine.
Was hilft sofort gegen Schuppenflechte?
Rückfettende Cremes, lauwarme Pflegebäder und das Vermeiden von Kratzen können akute Beschwerden rasch lindern.
Was darf man bei Schuppenflechte nicht trinken?
Alkohol kann bei manchen Betroffenen Schübe verstärken und sollte daher nur in Maßen konsumiert werden.
Wie viele Menschen sind in Deutschland von Schuppenflechte betroffen?
Schätzungsweise 2 bis 3 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leben mit Schuppenflechte, das entspricht rund 2 Millionen Menschen.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende dich an Ärztin, Arzt oder Apotheke.





