Mückenschutz im Urlaub

Mückenschutz im Urlaub: So schützt du dich vor Tropenkrankheiten

Mücken lieben Feuchtigkeit und Wärme. Kein Wunder, dass die Insekten in tropischen Urlaubsländern besonders häufig anzutreffen sind. Die klimatischen Voraussetzungen der Tropen sind ideal. Urlauber:innen sollten sich vor Reiseantritt über die möglichen Risiken tropischer Krankheiten und den richtigen Mückenschutz im Urlaub informieren. Welche Produkte sich dazu besonders eigenen, erfährst du in diesem Artikel.

Afrika und Asien: In diesen Ländern leben tropische Mückenarten

 

Anopheles-Mücke (Malariamücke)

Die "Malariamücke" lebt überwiegend in afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Beliebte Reiseziele wie Madagaskar, Namibia, Südafrika und Kenia gelten als Reiseziele mit hohem Malaria-Risiko. Aber auch asiatische Länder wie Thailand, Indien oder Vietnam sind Risikogebiete. Zu Beginn der Regenzeit ist die Mückenpopulation besonders hoch. Es kann zu einer Mückenplage kommen.

Der Stich der infizierten Stechmücke überträgt einzellige Parasiten, die in die menschliche Blutbahn geraten.


Asiatische Tigermücke

Tigermücken übertragen eine ganze Reihe tropischer Krankheiten. Sie können Personen mit dem Gelbfieber, dem Denguefieber, dem Chikungunya-Virus, dem Zikavirus, dem West-Nil-Virus und der Herzwurmkrankheit infizieren.

Ursprünglich stammte die Tigermücke aus dem südostasiatischen Raum. Heute hat sie sich jedoch über mehrere Kontinente ausgebreitet. Sie verfügt über eine ausgeprägte Anpassungsfähigkeit, weshalb sie mittlerweile auch in Deutschland etabliert ist.


Asiatische Buschmücke

Die Buschmücke wird häufig mit der Tigermücke verwechselt, ist jedoch weniger gefährlich. Auch sie hat sich dank ihrer Überlebensfähigkeit mittlerweile in kälteren europäischen Gebieten ausgebreitet. Das Insekt kann das West-Nil-Fieber übertragen. Ursprünglich stammte die Buschmücke aus Japan, Korea und Südchina.


Sandmücke

Die Sandmücke lebt vorwiegend in mediterranen Gebieten wie Frankreich, Italien oder Griechenland. Sie kann Parasiten übertragen, mit denen sie sich selbst bei bereits Infizierten angesteckt haben. Diese Parasiten können die Mittelmeerkrankheit Leishmaniose auslösen.


Ägyptische Tigermücke (Gelbfiebermücke)

Die "Gelbfiebermücke" lebt südlich der Sahara. Von dort aus breitet sie sich weltweit aus. Auf Madeira hat sich eine stabile Population angesiedelt. Wie ihr Name verrät, gilt sie als Überträgerin des Gelbfiebers. Das Dengue Fieber, das Zikavirus und die Chikungunya Infektion können außerdem auf diese Mückenart zurückgeführt werden.

Von Dengue Fieber bis Zikavirus: So äußern sich die gefährlichen Tropenkrankheiten

Malaria

Pro Jahr erkranken circa 200 Millionen Menschen an der von Mücken übertragenen Krankheit. Hervorgerufen wird Malaria durch einzellige Parasiten. Zunächst macht sie sich durch Kopf- und Gliederschmerzen, sowie Fieber bemerkbar. Darauf folgen Magen-Darm-Symptome und Schwindel.

Es gibt verschiedene Arten von Malaria. Die gefährlichste Form, "Malaria tropica", kann zu Blutarmut führen, da die roten Blutkörperchen massiv in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei einigen Patienten kommt es zudem zu Organschäden und Atemwegserkrankungen. Leber und Milz können sich im Verlauf der Infektion vergrößern. Bei 1% der Erkrankten dringen die Erreger in das zentrale Nervensystem ein. Das kann im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Die beste Malaria-Prophylaxe besteht aus Mückenschutz (passive Prophylaxe) und der Einnahme von Medikamenten (aktive Prophylaxe).

Für Kinder ist eine Malaria-Erkrankung besonders gefährlich. Bei Kindern unter 3 Monaten äußert sich die Infektion nicht mit Fieber und wird deshalb oft erst spät entdeckt.

Die Heilungschance von Malaria ist maßgeblich von einer frühen Entdeckung abhängig. Behandelt werden Betroffene mit antiparasitären Mitteln.

 

West-Nil-Fieber

Diese Tropenkrankheit ist unter Wildvögeln weit verbreitet. Mücken nehmen die Erreger von ihnen auf und geben sie weiter.

Eine Infektion äußert sich durch Symptome, die denen einer Grippe ähnlich sind. Gehirn- und Herzmuskelentzündungen treten selten auf, sind aber möglich. Oft verläuft die Krankheit, die nur bei 20% der Infizierten ausbricht, ohne dass sie bemerkt wird.

Da es gegen das West-Nil-Fieber keine Impfung gibt, ist Mückenschutz die wichtigste Maßnahme, um eine Ansteckung zu verhindern.

 

Gelbfieber

Gelbfieber wird durch die Stechmücke von Affen übertragen. Menschen können sich auch untereinander anstecken.

Nach einer Infizierung mit dem Gelbfieber-Virus steigt das Fieber schnell an. Der Allgemeinzustand verschlechtert sich rapide. Übelkeit und Körperschmerzen werden von einem verlangsamten Puls und häufig auch Bindehautentzündungen begleitet. Auf eine tückische Phase einer augenscheinlichen Erholung folgt eine drastische Verschlimmerung. Organe versagen und führen zu einem Koma, das in 50% aller Fälle zum Tod führt. Das Sterberisiko ist ohne Impfung deutlich höher.

Kinder infizieren sich häufiger mit dem Gelbfieber, die Sterblichkeitsrate ist bei ihnen jedoch geringer.

Es gibt im Falle einer Infektion keine medizinischen Mittel. Die Impfung und passive Maßnahmen gegen Mückenstiche sind der bestmögliche Schutz.


Dengue Fieber

Personen, die mit Dengue Fieber erkranken, können sich nicht untereinander anstecken, die Mücke dient als unerwünschter "Vermittler".

Symptomatisch ist vor allem das hohe Fieber, das in Schüben verläuft. Einhergehend mit grippalen Symptomen wie Kopfschmerzen und starken Muskelschmerzen. In einigen Fällen kommt es zu einem Hautausschlag. Meist dauert die akute Phase nur ein paar Tage.

In seltenen Fällen kommt es zu dem sogenannten "Dengue-Schock-Syndrom". Der schwere Blutdruckabfall, der durch Flüssigkeitsverlust hervorgerufen wird, muss umgehend medizinisch behandelt werden. Ohne diese verläuft das Schock-Syndrom in etwa der Hälfte der Fälle tödlich.

Die Behandlung ist mit der einer Grippe vergleichbar. In Deutschland ist bislang kein Impfstoff zugelassen worden. Passive Vorsichtsmaßnahmen sind demnach elementar.


Zika Virus

Durch einen Mückenstich wird das Zika Virus übertragen. Menschen können sich untereinander über Blut oder durch sexuellen Kontakt anstecken.

Die Symptomatik verläuft harmloser als bei anderen Tropenkrankheiten. Fieber, Hautausschlag und allgemeine Krankheitssymptome sind Anzeichen des Virus. Bei der Mehrzahl der Erkrankten zeigt er keinerlei Merkmale.

Wer einmal am Zikavirus erkrankt ist, erlangt höchstwahrscheinlich Immunität.

Es gibt keine Medikamente oder Impfungen gegen den Virus. Da der Verlauf mild ist, werden die Symptome mit üblichen Grippe-Medikamenten behandelt.


Chikungunya Fieber

Chikungunya bedeutet "der gekrümmt Gehende". Denn neben Fieber sind die äußerst ausgeprägten Gelenkschmerzen das Hauptsymptom dieser Erkrankung. Auch Haut- und Schleimhautblutungen können auftreten. Dazu, wie bei allen tropischen Krankheiten, die grippalen Symptome.

Mit dieser Tropenkrankheit kann man sich nur einmal infizieren. Nach einer überstandenen Erkrankung ist man immun.

Eine Impfmöglichkeit besteht nicht.


Leishmaniose

Unter Leishmaniose versteht man sowohl Haut- als auch Organerkrankungen.

Die Hauterkrankung, auch als "Orientbeule" bezeichnet, verursacht Geschwüre an den Schleimhäuten.

Die organische Leishmaniose, "Kala-Azar", befällt die inneren Organe und das Knochenmark. Wenn sie nicht frühzeitig behandelt wird, endet sie tödlich.

Die Leishmaniose wird mit Antibiothika und Antimonpräperaten behandelt. Eine Impfung gibt es nicht.

Vor der Reise: so bist du optimal vorbereitet

Wer eine Reise ins Ausland plant, sollte nicht nur sichergehen, dass sein Reisepass noch gültig ist, sondern sich vorab darüber informieren, welcher Mückenschutz im Urlaub angebracht ist. Das Tropeninstitut liefert auf seiner Website alle wichtigen Informationen rund um das Thema Mücken und Krankheiten in verschiedenen tropischen Reiseländern. Außerdem können Reisende dort die schriftliche und telefonische Reiseberatung in Anspruch nehmen. Reisemediziner sind darauf spezialisiert, Menschen vor ihrem Urlaub zu beraten und gegebenenfalls Impfungen durchzuführen. Sie sind außerdem der richtige Ansprechpartner, wenn Verdacht auf eine Infektion besteht. Sie sind auf die Therapie von Tropenkrankheiten spezialisiert.


Tropische Reisen in der Schwangerschaft

Eine Infektion mit einer Tropenkrankheit wie Malaria während der Schwangerschaft bedeutet eine Gefährdung von Mutter und Kind. Eine Einnahme von Medikamenten zum Schutz vor Malaria ist während dieser Zeit nicht möglich. Das Tropeninstitut rät deshalb davon ab, während der Schwangerschaft in betroffene Gebiete zu reisen. Stillende Mütter können Malariaprophylaxe einnehmen, sollten jedoch bedenken, dass sie den Schutz nicht über die Muttermilch an ihr Kind weitergeben. Das Baby muss selbst Medikamente bekommen. Eine Infektion mit Zika-Viren kann im schlimmsten Fall zu Fehlbildungen des Gehirns des Kindes führen. Diese Gebiete sind während einer Schwangerschaft ebenfalls zu meiden.

Tropischer Urlaub mit Kindern: es ist Vorsicht geboten

Auf Reisen sind Kinder oftmals anfälliger für Krankheiten als ihre Eltern. Denn ihnen fällt es schwerer, die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen in dem Maße zu berücksichtigen, wie die Erwachsenen es tun. Daher ist es besonders wichtig, im Vorfeld sämtliche Informationen über das Reisegebiet zu sammeln und eine auf Kinder abgestimmte Reiseapotheke vorzubereiten. Sämtliche Impfungen sollten ebenfalls auf dem neusten Stand sein. Das Tropeninstitut warnt vor Reisen in tropische Regionen, solange die Kinder noch in ihren ersten Lebensjahren sind.

Mücke oder Moskito: wo liegt der Unterschied?

In Deutschland spricht man von Mücken, im Ausland dagegen von Moskitos. Die beiden eint die nervige Angewohnheit, Menschen juckende Mückenstiche zu verpassen. Aber was unterscheidet die Insekten? Tatsächlich sind es nur verschiedene Begriffe für dasselbe Insekt. Moskito stammte von dem spanischen Wort "mosquito", das übersetzt so viel heißt wie "kleine Fliege". In englischsprachigen Regionen werden die fliegenden Blutsauger ebenfalls als "mosquitos" bezeichnet. In Deutschland wurde daraus Moskito. Der lateinische Überbegriff für die über 3000 Mückenarten lautet "Culicidae". Er wird jedoch nur in wissenschaftlichen Kreisen verwendet.
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Warum ist der Schutz gegen Mücken so wichtig?

 

Vorsicht ist besser als Nachsicht. Je weniger Mückenstiche man während des Urlaubs bekommt, desto geringer ist das Risiko einer Infektion. Mückenschutz im Urlaub durch Kleidung, Netze oder Mückenspray ist sowohl effektiv, als auch leicht umsetzbar.

Krankheiten können immer Komplikationen nach sich ziehen. Sie können schlimmstenfalls tödlich verlaufen. Der Gesundheit zuliebe sollten Reisende sich stets über das Ziel ihres Urlaubes informieren und notwendige Maßnahmen ernstnehmen.



Impfstoff gegen tropische Krankheiten: diese Möglichkeiten haben Urlauber

 

Leider ist es bislang nicht möglich, jeder Infektion mit einer Tropenkrankheit durch eine Impfung vorzubeugen. Die einzige tropische Krankheit, gegen die sich Urlauber vor einer Reise bislang impfen lassen können, ist das Gelbfieber. Umso wichtiger ist das Nutzen von Mückenschutzmitteln auf Reisen.

Englische Forscher haben einen Impfstoff entwickelt, der gegen alle gängigen tropischen Krankheiten Wirkung zeigen soll. Der Vorteil dieses Stoffes besteht darin, dass er nicht nur gegen die Krankheit schützt, sondern die Antikörper im Blut auch die Moskitos töten.

Zugelassen ist der Impfstoff hierzulande bislang nicht. Es stehen noch weitere Phasen und Studien aus, um etwaige Nebenwirkungen ausschließen zu können. Wissenschaftler und Ärzte zeigen sich der bisher positiven Ergebnisse optimistisch.

Wen stechen Mücken besonders gern?

Das Mücken sich Opfer mit "süßem Blut" suchen, ist ein Mythos. Dennoch spielt das Blut eine Rolle bei der Entscheidung, wen sie am liebsten stechen. Personen mit der Blutgruppe 0 sind laut einer japanischen Studie ein beliebteres Ziel als Personen mit der Blutgruppe A, die während des Versuches nur halb so oft gestochen worden sind. Schwitzende Personen wirken auf Mücken höchst anziehend. Die Tiere haben einen ausgeprägten Geruchssinn. In tropischen Urlaubsgebieten, in denen das Wetter dementsprechend heiß und feucht ist, sollte man daher keinesfalls auf Mückenschutz und die richtige Kleidung verzichten.

Mückenschutz im Urlaub: Tipps gegen Mückenstiche

Unter "passivem Mückenschutz" versteht man Maßnahmen, die äußerliche Anwendung finden. Prophylaktische Medikamente und Impfungen gelten als "aktiver Mückenschutz". Dieser ist jedoch nicht immer möglich. Auch, wenn Impfungen und Prophylaxe verfügbar sind, sollte auf die passiven Mittel zum Schutz niemals verzichtet werden. Die folgenden Produkte eignen sich erwiesenermaßen zur effektiven Bekämpfung der kleinen Plagegeister.

Repellents

 

Dabei handelt es sich um chemische Stoffe, die auf Mücken abschreckend wirken. Die bekanntesten Repellents, die in Mückenschutzmittel verwendet werden, sind DEET, Icaridin, Citriodiol und Permethrin. Sie unterscheiden sich unter anderem in ihrer Wirkungsdauer. Die Auswirkung auf verschiedene Mückenarten kann ebenfalls variieren. DEET wird besonders für tropische Reisen empfohlen. 

Hautspray

Das klassische Mückenspray gibt es in der Drogerie oder Apotheke. Es wird direkt auf die Haut aufgetragen. Ein Spray vermeidet Stiche und lästigen Juckreiz zuverlässig. Die Anwendung ist schnell und simpel. Wer in die Tropen reist, sollte speziell dafür vorgesehenes Spray mit hoher Wirkkraft kaufen.

Kleidungsspray

Kleidungsspray ist ein effektives Mittel gegen Sandmücken. Es kann die Kleidung bis zu einem Monat imprägnieren.

Moskitonetze

Sie sind nicht besonders ansehnlich, doch den Schönheitsmakel machen sie mit ihrer nachweislich hohen Effektivität wett. In vielen Unterkünften in tropischen Regionen zählen sie bereits zur Standartausstattung.

Anti-Mücken-Kleidung

Dunkle Kleidung lockt nachweislich mehr Moskitos an als helle. Lange, atmungsaktive und stichfeste Kleidung schützt im Urlaub vor gefährlichen Mückenstichen.

Schutz im Schlaf

Neben den Netzen lohnen sich Anti-Insekten-Schlafsäcke und speziell imprägnierte Schlafanzüge für Outdoor-Fans, die im Urlaub eine Übernachtung unter freiem Himmel planen.