Nebenhöhlenentzündungen sind schmerzhaft und können sich zu einer chronischen Entzündung entwickeln. Bei einer Pansinusitis betrifft diese Entzündung alle Nebenhöhlen deines Gesichts. Was das bedeutet und wie eine effektive Behandlung dieser Krankheit aussieht, erfährst du in unserem Ratgeber.

Der Aufbau der Nebenhöhlen

Bei den Nebenhöhlen handelt es sich um mit Luft gefüllte Hohlräume im Schädelknochen. Sie sind Teil der oberen Atemwege. Man unterteilt sie in Nasennebenhöhlen, Keilbeinhöhlen, Kieferhöhlen und Siebenbeinzellen. Diese Zellen befinden sich zwischen den Augenhöhlen. Es handelt sich dabei um einen porösen Knochen des Gehirnschädels.

Sämtliche Nebenhöhlen sind über eine Nasenhaupthöhle miteinander verbunden. Die Nase besteht je Seite aus einer Nasenhaupthöhle und einem Nasenvorhof. Je Seite gibt es drei Nasenmuscheln. Bei ihnen handelt es sich um drei knöcherne Wölbungen. Über die sogenannten Ostien sind die Nasennebenhöhlen mit den Nasenhaupthöhlen verbunden. Diese Gänge sind sehr schmal und können im Falle eines erhöhten Sekretflusses verstopfen.
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Nasennebenhöhlenentzündung: Wie entsteht sie?

Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) kommt es aufgrund einer Verengung der Ostien zu einer Stauung des Sekrets. Dadurch wird der Abfluss behindert und die Flimmerhärchen, die für den Abtransport von Sekret und Partikeln verantwortlich sind, können ihrer Arbeit nicht mehr nachkommen. Sie werden durch die entstehende Überlastung geschädigt. Das daraus resultierende Milieu ist der ideale Nährboden für Viren und Bakterien, die bei einer Erkältung oder Grippe in den Körper gelangen.

Eine chronische Sinusitis kann aufgrund einer nicht ausgeheilten Sinusitis entstehen. Auch Allergien oder anatomische Voraussetzungen können eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung hervorrufen.

Sinusitis Maxillaris

Bei einer Sinusitis Maxillaris handelt es sich um eine Entzündung der Kieferhöhle. Sie entsteht ebenfalls durch nicht korrekt abfließendes Sekret und äußert sich vor allem durch starkes Druckgefühl in der unteren Gesichtshälfte und Schmerzen, die von Betroffenen oft für Zahnschmerzen gehalten werden. Ein chronischer Schnupfen kann die Entstehung einer Sinusitis Maxillaris begünstigen. Allergien oder Pilze wie Schimmelpilz können außerdem ursächlich für die Entzündung sein.

Eine Sinusitis Maxillaris wird wie eine normale Sinusitis oder eine Pansinusitis behandelt. Liegt eine anatomische Ursache vor, die die Entzündung immer wieder aufflammen lässt, kann eine Operation in Betracht gezogen werden.

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Was ist eine Pansinusitis?

Von einer Pansinusitis spricht man in der Medizin, wenn alle Nebenhöhlen gleichzeitig von einer Infektion betroffen sind. In Folge einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung können sich die Viren in die umliegenden Nebenhöhlen ausbreiten. Sind nicht alle Nebenhöhlen betroffen, spricht man von einer Polysinusitis.

Es wird zwischen einem akuten und einem chronischen Verlauf unterschieden. Ein akuter Verlauf äußert sich durch eine verstopfte Nase in Kombination mit starkem Schnupfen. Betroffene klagen häufig auch über Zahnschmerzen, Fieber und Ohrenschmerzen.

Die chronische Pansinusitis verläuft milder. Es kann vorkommen, dass Betroffene keinerlei Symptome haben. Falls du unter anhaltendem Schnupfen oder einer dauerhaft verstopften Nase leidest, kann es sich um eine chronische Pansinusitis handeln. Eine ärztliche Abklärung ist in jedem Fall sinnvoll.

Beschwerden einer Pansinusitis

  • Kopfschmerzen
  • Gesichtsschmerzen
  • Fieber
  • Schmerzen in den Augenhöhlen
  • Schnupfen
  • Druckgefühl im Gesicht
  • Verstopfte Nase
  • Andauerndes Krankheitsgefühl
  • Abgeschlagenheit

Ursachen für eine Pansinusitis

Häufig tritt eine Pansinusitis in Folge einer Erkältung oder einer Grippe auf. Neben einem viral bedingten Schnupfen kann die verstopfte Nase auch durch eine Allergie bedingt sein. In Folge einer Covid 19 Erkrankung leiden Patienten und Patientinnen vermehrt unter einer Nebenhöhlenentzündung.

Eine vorangegangene Zahnwurzelentzündung zieht in seltenen Fällen auch eine Entzündung aller Nebenhöhlen nach sich. In diesem Zusammenhang spricht man von einer dentogenen Pansinusitis.

Nach langen Flügen oder Tauchgängen kann es ebenfalls zu einer Entzündungsreaktion kommen. Auslöser ist der starke Druckunterschied.


Häufigkeit und Dauer einer Pansinusitis

Eine Pansinusitis tritt bevorzugt nach einer nicht ausreichend behandelten Nebenhöhlenentzündung auf. Der Unterschied zu einer Sinusitis ist für Betroffene oft nicht erkennbar, weshalb die genaue Häufigkeit nicht ermittelt werden kann.

Eine Pansinusitis dauert in der Regel zwischen acht und 14 Tagen. Dauert sie länger als drei Monate oder tritt häufiger als viermal im Jahr auf, spricht man von einer chronischen Pansinusitis.

Diagnose einer Pansinusitis

Die Diagnose kann zum Beispiel mit Hilfe einer Nasenspiegelung (Rhinoskopie) erfolgen. Dabei wird ein schmaler Schlauch in die Nase eingeführt. Über eine Kamera kann der Arzt oder die Ärztin eine Entzündung der Schleimhäute erkennen. Eine Nasenspiegelung ist auch deshalb sinnvoll, da die Ursachenklärung für die erfolgreiche Therapie der Pansinusitis notwendig ist. Die Spiegelung kann Klärung über die anatomische Beschaffenheit der Nebenhöhlen geben. Außerdem gibt sie Aufschluss darüber, ob der oder die Betroffene unter Polypen leidet. Diese gutartigen Wucherungen können operativ entfernt werden, um die Nasenatmung zu erleichtern.

Therapie einer Pansinusitis

Im Zentrum der Behandlung steht die Schleimlösung. Wirkstoffe wie Bromhexin und Ambroxol lösen zähen Schleim auf und unterstützen den Abfluss des Sekrets. Da die Schleimhäute während einer Nasennebenhöhlenentzündung stark gereizt und angeschwollen sind und die Atmung behindern, können abschwellende Nasensprays verwendet werden. Diese sollten jedoch nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden, da die Wirkung sonst ins Gegenteilige umschlagen kann.

Medikamentöse Behandlung

 

Bei besonders hartnäckigen Beschwerden kommt zum Beispiel ein kortisonhaltiges Nasenspray in Frage. Dieses ist in der Regel rezeptpflichtig und wird vor allem bei chronischen Entzündungen verschrieben. Die Nebenwirkungen sind aufgrund der punktuellen Anwendung geringer als bei Tabletten oder Infusionen, die Kortison beinhalten.

Eine Behandlung mit Antibiotika ist nur dann sinnvoll, wenn die Entzündung bakteriell verursacht worden ist. Antibiotika wirken nicht gegen Viren.

Operative Behandlung einer Pansinusitis

Bei der Pansinusoperation handelt es sich um einen minimal invasiven Eingriff. Die Operation kann durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt in einer Praxis oder einem Krankenhaus durchgeführt werden. Die Behandlung erfolgt mit Hilfe eines Endoskops durch die Nase. Eventuell werden Schleimhautwucherungen und Zysten entfernt, die die Ostien verstopfen. Diese werden operativ erweitert, um die Belüftung der Nebenhöhlen zu verbessern.

Zu Komplikationen während der OP kommt es nur extrem selten. Blutungen, die bis zu drei Wochen andauern, sind nicht besorgniserregend.

Eine Operation wird dann in Erwägung gezogen, wenn die medikamentöse Therapie vollständig ausgeschöpft worden ist. Die Krankheit schränkt Betroffene häufig in ihrer Lebensqualität ein. Zu spät darf die operative Behandlung jedoch nicht eingesetzt werden, denn mit fortlaufender Erkrankung können Komplikationen entstehen.

Mögliche Komplikationen

Bei einer akuten Pansinusitis kann es zu Komplikationen kommen. Die Entzündung kann sich unter anderem auf die Augenhöhle (Orbita) ausweiten. Auch das Gehirn kann betroffen sein. In diesen Fällen ist eine Operation unumgänglich und schnellstmöglich in die Wege zu leiten. Im schlimmsten Fall kann eine lebensbedrohliche Blutvergiftung eintreten.

Durch die Schwellung der Nasenschleimhaut können die umliegenden Knochen angegriffen und verdünnt werden. Die umliegende Knochenhaut kann sich entzünden.
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Risikogruppen: diese Personen sind besonders gefährdet

Menschen die unter Vorerkrankungen der Atemwege leiden, haben ein höheres Risiko, eine chronische Sinusitis oder Pansinusitis zu entwickeln.

Angeborene Voraussetzungen wie eine verkrümmte Nasenscheidewand oder anatomische Engstellen können zu wiederholten Entzündungen führen.

Menschen, die viel tauchen, schwimmen und fliegen, sind statistisch häufiger von Nebenhöhlenentzündungen betroffen.

Hausmittel bei akuter Pansinusitis

Hausmittel können dir helfen, deine Pansinusitis zuhause zu behandeln. Regelmäßiges Inhalieren kann helfen, das Nasensekret zu verflüssigen und die Nasenschleimhaut zu befeuchten. Halte ausreichend Abstand, um dich nicht an dem heißen Wasserdampf zu verbrennen. In der Akutphase der Pansinusitis empfindest du das Inhalieren möglicherweise als unangenehm. In diesem Fall solltest du die Behandlung unterbrechen. Es kann vorkommen, dass die angegriffenen Schleimhäute gereizt auf Zusätze wie Eukalyptus reagieren.

Eine Nasendusche kann die verstopften Nasengänge durchspülen und dir helfen, besser zu atmen. Du solltest sie allerdings nicht zu häufig anwenden, da das natürliche Nasenmilieu durch das ständige Spülen gestört werden könnte. Wenn salzhaltige Lösungen die Schleimhäute zu sehr reizen, kannst du auch mit reinem Wasser spülen.

Vorbeugung: so kannst du deine Gesundheit schützen

Der Schlüssel zur Vorbeugung einer Infektion ist die Stärkung deines Immunsystems. Dieses fungiert als körpereigener Abwehrmechanismus und bekämpft unerwünschte Viren. Besonders in den kalten Monaten solltest du darauf achten, dein Immunsystem mit ausreichend Vitaminen und Flüssigkeit zu versorgen, um es bei seiner wichtigen Aufgabe zu unterstützen.

Eine große Rolle spielen außerdem ausreichend Bewegung, erholsamer Schlaf und eine ausgewogene Ernährung. Das sind die Säulen eines gesunden Lebensstils. Verzichte auf ungesunde Gewohnheiten wie das Rauchen, denn gerade das greift die Atemwege an und fördert die Entstehung von Nasennebenhöhlenentzündungen.